Zwei wichtige Alleinstellungsmerkmale der Oberpfalz
Zoigl und Simultankirchen

Rekord: Nach nur 35 Minuten fällt im Kultur- und Tourismusbeirat der Vorhang. Der Grund: Die meisten Themen sind bereits Vergangenheit und deshalb schnell abgehakt. Nur der Simultankirchen-Radweg beschäftigt die Mitglieder etwas länger.

10 Routen, 50 Kirchen


Denn der hat sich - "nach Zoigl und Norbert Neugirg", so Bürgermeister Lothar Höher - zu einem wichtigen Alleinstellungsmerkmal der Oberpfalz entwickelt. Vorgestellt werden die 10 Routen, die 50 Kirchen in der Region miteinander verbinden, von Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler. Er ist Vorsitzender des Fördervereins.

"In ihrer Dichte und Vielzahl sind die Simultankirchen in der Oberpfalz einmalig in Europa." Pfarrer Pauckstadt-Künkler wertet sie zugleich als Beleg für die religiöse Toleranz in der Oberpfalz. Pfalzgraf Christian August von Sulzbach hat das Simultaneum - sprich: die gemeinsame Nutzung von kirchlichen Gebäuden oder Ländereien - 1652 eingeführt. "Er hoffte auf eine Übernahme in anderen Regionen. Aber nur wenige sind dem Beispiel gefolgt." Die meisten Simultaneen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts beendet. Das war mit der Einweihung von St. Josef im November 1900 auch in Weiden der Fall.

"Die Weidener Route ist mit 47 Kilometern eine der längsten und verbindet fünf Kirchen." Ausgearbeitet wurden die Touren gemeinsam mit der früheren Regionalmanagerin des Landkreises Neustadt, Margit Frauenreuther, betont Pauckstadt-Künkler. "Wir haben das Projekt sogar auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt." Der Simultankirchen-Radweg dürfte auch den Radtourismus weiter ankurbeln. Dafür wäre es aber wünschenswert, dass die Kirchen künftig nicht nur am Wochenende, sondern auch werktags zugänglich seien. "Ziel ist es außerdem, auf jeder Rundtour möglichst eine gemeinsame Veranstaltung pro Jahr abzuhalten."

"Was für eine schöne Idee", lobte Stadtrat Florian Graf. "Radfahren ist nach Zoigl die zweitschönste Freizeitbeschäftigung in der Oberpfalz", pflichtete er Bürgermeister Lothar Höher bei. Der informierte das Gremium noch über den aktuellen Stand in Sachen Kulturbühne (der NT berichtete). Mit der Gründung eines Fördervereins habe man hier eine Idee aufgegriffen, die anderswo bereits gut funktioniere, und mit Veit Wagner als Vorsitzendem habe man eine gute Besetzung gefunden. Als "Clou" bezeichnet Höher die Kämmerin als Schatzmeisterin und Johannes Häring, Geschäftsführer der Max-Reger-Halle, als Logistikchef.

Gelungene Taufe


Über die "rundum gelungene" Feier zur Taufe des Franz-Joachim-Behnisch-Saals in der Regionalbibliothek informierte Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz. Dabei seien viele persönliche Erinnerungen der Redner an den Schriftsteller und Pädagogen wieder aufgelebt. Der Berliner Senat habe eine Gedenktafel an dem Geburtshaus von Behnisch anbringen lassen, wusste Vorsatz. "Und Weiden hat den Franz-Joachim-Behnisch-Saal."

Radfahren ist nach Zoigl die zweitschönste Freizeitbeschäftigung in der Oberpfalz.Stadtrat Florian Graf
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