Zweiter Akt: Förderverein weiterhin ohne Vorsitzenden
"Kulturbühne" darf nicht abtreten

Suchende Blicke. Doch Bürgermeister Lothar Höher (stehend) und die bisherigen Theater-Organisatoren (von links) Johannes Häring, Petra Vorsatz, Sabine Guhl und Stefan Voit warben vergeblich für die Übernahme eines Amtes im Vorstand der "Freunde der Kulturbühne". Bild: Gammanick
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
27.04.2016
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"Alles kein Drama", beruhigte Bürgermeister Lothar Höher. Zwar wollte sich auch im zweiten Akt des neuen Theater-Fördervereins kein Vorsitzender aus den Kulissen wagen. Für die Suche bleibe jedoch noch Zeit bis zum 31. Mai, stellte Höher fest. Und dann gebe es noch einige andere Optionen, um den Fortbestand der "Kulturbühne" zu sichern. Zumindest der Bürgermeister zeigt sich "guter Dinge, dass wir sie auch in Zukunft haben werden".

Der Verein "Freunde der Kulturbühne" soll künftig das Tourneetheater in der Max-Reger-Halle organisieren. Bereits bei der Gründung Anfang März wollte jedoch niemand den Vorsitz übernehmen. Jetzt der nächste Dämpfer: Zum zweiten Treffen am Dienstagabend kam gerade mal ein Dutzend Interessierte in den Kultursaal Hans Bauer - mehr als die Hälfte davon Stadträte. Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz berichtete von vergeblichen Versuchen, mögliche Kandidaten für den Vorstand zu finden. In den vergangenen Tagen seien sogar zwei feste Zusagen zurückgezogen worden. Vorsatz: "Wir hätten viele Indianer, aber keine Häuptlinge."

Johannes Häring, Geschäftsführer der Max-Reger-Halle, sicherte möglichen "Häuptlingen" große Unterstützung zu. Deren Aufgaben wären "nichts gravierend Schwieriges" und im Wesentlichen auf den Bereich Pressearbeit und Marketing beschränkt. Allerdings übernehme der Vorsitzende auch die Verantwortung über einen 110 000-Euro-Etat, wandte Ex-Stadträtin Waltraud Koller-Girke ein - dies schrecke wohl potenzielle Kandidaten ab. "Von einer Privatperson ist das viel verlangt."

Was passiert, falls sich auch in den nächsten Wochen kein Vorsitzender findet? Höher betonte, dass "wir das Kulturleben nicht weiter runterkürzen können, das will auch kein Stadtrat". Sprich: Die "Kulturbühne" dürfte so oder so nicht sterben. Ab 31. Mai wären notfalls wieder der Stadtrat und die Bürgermeister gefordert, neue Lösungen zu finden.

Eine Möglichkeit deutete Sabine Guhl, Chefin der Regionalbibliothek, an: Die Stadt könnte den Förderverein von der Haftung für größere Summen befreien, um die Hemmschwelle zur Übernahme eines Ehrenamts zu senken. Eine andere Lösung zeigte NT-Kulturchef Stefan Voit auf, Organisator der Reihe "Klein und Kunst": Im "Kulturbühne"-Etat könnten schonend Kürzungen vorgenommen werden, so dass die Regionalbibliothek die für die Theater-Organisation nötige Drittelstelle (entspricht 20 000 Euro) erhält. Solche Zusatzaufgaben seien derzeit nicht mehr zu leisten, betonte Guhl. "Wir hätten's ja gerne weitergemacht. Uns wurde das Personal aber um 25 Prozent gekürzt. Wenn wir das jetzt noch schultern könnten, hätten wir vorher was falsch gemacht."

Interne Runde am 11. Mai


Einstweilen richtet Petra Vorsatz weiterhin einen "flammenden Appell" vor allem an Stadträte und Vereinsvorsitzende, aktiv nach einem Fördervereins-Chef zu fahnden. Ein erweiterter Kreis der Gründungsmitglieder soll sich dazu am Mittwoch, 11. Mai, um 17.30 Uhr im Kulturzentrum treffen. Interessierte dürfen gerne dazustoßen (Anmeldung unter 0961/81-4101). Auch Bürgermeister Höher wollte am Dienstagabend die Diskussion über Alternativlösungen nicht zu sehr vertiefen. Er werbe weiter für die seiner Meinung nach "bestmögliche Lösung", erklärte er: "einen Vorsitzenden aus dem Kreise der Bevölkerung".
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