Zweiter "Pop-Up-Club" eröffnet Ende September im Josefshaus
Der nächste Sündenfall

Im Vorhof der künftigen "Sünde": die "sündikat"-Mitstreiter (von links) Johannes Mücke, Christian Gold, Ralph Molter, Lukas Höllerer und Franz Hermann. Bild: hfz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
23.07.2016
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Cat Stash.

Und immer lockt "Die Sünde". Der "Pop-Up-Club" auf der Allee war im Herbst 2015 ein Riesenerfolg. Der soll sich nun mit einem knackigen Konzertprogramm an anderer Stelle fortsetzen. Im Josefshaus.

Im Oktober 2015 kam es zum schönsten Sündenfall des Jahres. Eigens für ein Konzert von Gerwin Eisenhauers "Trio Elf" verwandelte der Veranstalterverein "das sündikat" die ausrangierte Metzgereifiliale auf der Allee in einen Live-Bunker und nannte ihn "Die Sünde". Der Laden war voll, Musiker, Fans und Organisatoren bester Stimmung. Weshalb es der Verein nicht bei diesem einen Mal belassen wollte. Er improvisierte ein kleines Konzertprogramm im "Pop-Up-Club", das zum Jahreswechsel endete. Indie-Pop, Folk, Elektro-Jazz. "Und jeder, der da war, war verzaubert", schwärmt Lukas Höllerer ("sündikat") von dieser ersten "Sünde"-Saison. Nun folgt bald eine zweite - an anderem Ort.

Die Adresse: Adolf-Kolping-Platz 2. Das Josefshaus. Aber der "Hintereingang" in der Asylstraße. Dort befinden sich der Hof - und Büroräume. Die hatte Höllerer schon mal ins Auge gefasst, als seine Band "William's Orbit" einen Proberaum suchte. Aus letzterem Vorhaben wurde nichts - im Gegensatz zur neuen "Sünde". Besitzer Harald Rippl unterstützte die Idee sofort, überlässt dem "sündikat" die Räume jetzt für drei Monate, ohne Miete zu verlangen. Rund 100 Besucher können sie fassen. Anfang September beginnt das 18-köpfige "sündikat"-Team mit den Umbauarbeiten. Höllerer: "Wir verbessern die Akustik, installieren eine feste PA, machen optisch wieder ein paar fesche Sachen."

Start am 26. September


Bis zum 26. September soll der zweite "Pop-Up-Club" fertig sein. Dann entert das Berliner Indie-Duo "Sea + Air" die Bühne. Weitere elf Künstler folgen bis Ende Dezember - von den Trip-Hoppern "Leyya" über Autor Thomas Klupp ("Paradiso") bis hin zu Tomte-Mann "Sir Simon" (siehe Info-Kasten). Ein Programm, das sich "hinter dem eines Großstadt-Clubs nicht zu verstecken braucht", wie Höllerer betont.

Manch klangvoller Name in der Konzertübersicht lässt sich durch die weitverzweigten persönlichen Kontakte der "sündikat"-Mitglieder erklären. Die eint laut Höllerer eine Idee: Viele ihrer Altersgenossen würden Weiden verlassen wollen, weil ihnen die Stadt zu wenig biete. "Aber wir wollen zeigen, was hier alles möglich ist." "Die Sünde" beschreibt er daher "als Herzensprojekt von uns allen - von Organisatoren, Musikern und Zuschauern". An anderer Stelle sagt er: "Wir wollen den Leuten einfach das geben, was wir selbst erwarten, als Künstler, als Konzertbesucher. Ich glaube, wir wissen sehr gut, was die Leute wollen."

Bei den Auflagen durch die Stadt seien "gute Kompromisse" erzielt worden. Die Organisatoren schildern die Zusammenarbeit als reibungslos. Nun wollen sie sich an die Nachbarn wenden und um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen an Konzertabenden bitten. "Anwohnerschonend" gestaltet sind die Öffnungszeiten: 19.30 Uhr Einlass, 20.30 Uhr Beginn, 22.30 Uhr Konzertende. Und gegen Mitternacht schließt die "Sünde". "Wir wollen niemandem auf die Senkel gehen", sagt Höllerer. "Überraschenderweise hat das mit diesem Zeitplan in der ersten ,Sünde' auch gut funktioniert." Den Abschluss des "Sünde"-Programms 2016 bestreiten die Indiepop-Melancholiker "A Tale of Golden Keys". Sinnigerweise lautet der Titel ihres Albums "Everything went down as planned" - alles geht zugrunde wie geplant. Denn wie auf der Allee wird es auch für den "Pop-Up-Club" im Sousparterre des Josefshauses keine Verlängerung geben.

Und dann? Beginnt die Suche nach der dritten "Sünde". Denn das Konzept - eine dreimonatige Konzertreihe in der Innenstadt zum Jahresausklang - soll sich nun nach dem Willen des "sündikats" etablieren. "Das erste Jahr war wie Fahrradfahren mit Stützrädern", meint Lukas Höllerer. "Heuer lernt das Kindchen laufen." Und 2017 könnte es fit sein für den Marathon.

"Die Sünde": Programm 2016Dieses Programm dürfte eine Sünde wert sein. Bereits am heutigen Samstag beginnt der Vorverkauf für die zwölf Acts, die im Herbst im "Pop-up-Club" im Josefshaus auftreten. Alle Konzerte beginnen um 20.30 Uhr.

Sea + Air am 26. September: Mit "Ghost Pop" be-geistert das deutsch-griechische Künstler-Ehepaar, das auf große Europa-Tournee geht - London, Paris, Weiden ...

KUF am 8. Oktober: Ihr Techno-Jazz brachte bereits die Besucher in der ersten "Sünde" in Wallung.

Leyya am 13. Oktober: Ihr Hipster- Schlager "Superego" geht vielen nicht mehr aus dem Ohr. Das Duo hat jedoch noch jede Menge weitere Generation-Y-Hymnen im Gepäck.

Ami am 21. Oktober: Die Songs ihres Albums "Seasons" sind intensiv, tanzbar und voller Soul.

Pecco Billo am 26. Oktober: Sieben Hamburger, deren Hip-Hop von Jazz geschwängert ist. Oder umgekehrt.

Cat Stash am 11. November: Das begnadete Regensburger Indie-Pop-Duo eröffnete 2015 eine Weidener Show für "William's Orbit" - und viele wünschten sich mehr. Voilà!

Thomas Klupp am 18. November: Der "Paradiso"-Autor liest auch aus weiteren Texten, in denen er seine Heimatstadt Weiden verewigt hat.

Sir Simon am 4. Dezember: Ein Produzenten-Ass - zum Beispiel in Diensten von Madsen, Thees Uhlmann sowie Tomte, bei denen Simon Frontzeck auch Keyboard spielt. Solo zum "Sir" befördert, spielt er edle, unaufgeregte Popsongs.

Jo Strauss am 10. Dezember: Philosophie trifft auf Musik, Kabarett auf Jazz und Rock. Kein Walzer, aber unüberhorbar: Joe Strauss kommt aus Wien.

Pollyester am 17. Dezember: Mit ihrem funky Synth-Pop bereiste das Quartett bereits die USA, Japan und Europa sowieso. Mit dabei: "LaBrassbanda"-Schlagzeuger Manuel da Coll.

"Open Stage" am 23. Dezember: Komme, wer wolle ...

A Tale of Golden Keys am 30. Dezember: Die Meister der edlen Melancholie vor ihrem dritten Weidener Gastspiel - und dem letzten der "Sünde"-Saison. (rg)

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Weitere Informationen und Karten:

www.suendik.at
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