Zwischen Poesie und Zärtlichkeit

Als wahre Meister der Geschicklichkeit entpuppten sich die winterlichen Radler, die sich mit Hilfe von Spikes an den Reifen im Eis der Hans-Schröpf-Arena festkrallten. Bild: Kunz

Irgendwann tauchte die Frage auf: Wie schafft die Dame es bloß, ihre Kleider zu wechseln, viel schneller noch als das Mercedes-Serviceteam um Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton die Reifen?

Verraten wurde der Trick natürlich nicht. Blitzschnell ging das. Kurz in die Hocke, ein Tuch drüber - und plötzlich war das rote Kleine weiß und lang. Und das Allerbeste: Die magische Frau und ihr Partner zeigten ihre Kunststücke auf Schlittschuhen und beeindruckten somit das Publikum obendrein mit eleganten Kurven und tollkühnen Pirouetten auf dem Eis. Echt gute Noten, die sich die beiden in der Hans-Schröpf- Arena am Dienstag verdient hätten, wäre der Paarlauf nur ein sportlicher Wettbewerb gewesen. Was aber diesmal nicht der Fall war. Die "Quick Change"-Nummer Teil der Show "Moscow Circus on Ice". Eine kreative Endmischung von Natalia Abramova, der künstlerischen Leiterin. Die russischen Artisten fesselten ihr Publikum nicht durch ihre exakte Arbeit, athletische Strenge und Akrobatik. Vielmehr auch durch Grazie, persönliche Ausstrahlung. Vor allem aber durch Können.

Feuerwerk an Farben

Die zweistündige Show bot in der strengen Kühle der Arena ein Feuerwerk an Farben und sprühender Lebensfreude. Aber auch Poesie und Zärtlichkeit. Anstatt unter der Kuppel eines Zirkuszeltes baumelten "Ägypterinnen" und "Eisprinzessinnen" mit unglaublicher Eleganz und Leichtigkeit an Ringen, Luftriemen, am Vertikalseil und am Trapez.

Andere sprangen auf Kufen bei Violett-Licht durch leuchtende Reifen und geometrische Figuren. Oder die "Vier Jahreszeiten" auf Stelzen: eine feine, beinahe schon klassisch anmutende Darbietung von vollendeter Harmonie. Dazu passte auch der winterliche, märchenhafte Sommernachtstraum mit Drehakrobatik bei spezieller Beleuchtung.

Grazile Körper

In folkloristischen Kostümen bewies eine Diabolo-Gruppe unerhörte Präzision und Geschicklichkeit. Eine schöne und verführerisch wirkende Tänzerin ließ bis zu 30 Hula-Hoop-Ringe um ihren grazilen Körper kreisen. Die einen drehten im Rhönrad auf. Andere drehten Runden auf dem glatten Eisuntergrund auf Ein- und Fahrrädern - abgesichert durch Spikes.

Wieder andere ließen sich eine Kiste aufsetze und den Kopf scheinbar mit unzählige Messern durchlöchern. Am Ende brannte sogar der Hut. Welch ein Wunder: Verletzt wurde niemand. Bleiben noch die beiden Pausenclowns zu erwähnen, die immer wieder ein neues Späßchen parat hatten. Mal freche, mal einfühlsame Facetten reflektierten. Zweimal war die Show an diesem Tag ausverkauft.
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