1100 Starter beim 6. Freundschaftsmarathon Amberg-Weiden - alle Bildergalerien
"Geil. Danke. Happy."

Mit Frau, Fahrrad und Vergnügen: "Die tapferen Schneiderlein" alias Manfred und Beate Schneider freuen sich wie insgesamt 132 "Run & Bike"-Teams über ihren Zieleinlauf beim Freundschaftsmarathon.
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
21.09.2015
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Mit Jubelschreien und Applaus peitschen Hunderte Zuschauer die knapp 1100 Starter beim 6. Freundschaftsmarathon Amberg-Weiden über die letzten Meter ins Ziel am Oberen Markt in Weiden. "Geil war's", findet etwa Anja Wittmann nach gut 21 Kilometern. Vergessen die Qual. Zeit für Glückseligkeit.

Was waren die Anstiege knackig, der Gegenwind lästig und die krampfenden Waden schmerzhaft. Egal. Vollgepumpt mit Endorphinen rauscht soeben der erste von 1072 Startern beim Freundschaftsmarathon ins Ziel am Oberen Markt: Es ist Jürgen Mauritz, ein Ex-Top-Basketballer, der die Laufschuhe für den TV Sulzbach schnürt, die Strecke als "knackig" und seinen Zustand als "mitgenommen" beschreibt. Trotzdem kündigt er noch unter dem Zielbanner an, am 17. September 2017 beim Freundschaftsmarathon Weiden-Amberg wieder starten und siegen zu wollen - dann allerdings im Marathon.

Heuer gehen am Sonntagmorgen bei frischen 9 Grad in Amberg und 10 Grad in Schnaittenbach 1072 Männer und Frauen an den Start. Fünf Disziplinen gibt es: Marathon (101 Starter), Halbmarathon (421), Nordic Walking (70), Staffel (216) und Run & Bike (264). Sogar Teenager wie die 16-jährige Marina Scheffler (SV Conrad Hirschau, Halbmarathon) laufen mit.

Bilder: Stephan Huber

Derweil kochen die Helfer des Roten Kreuzes in ihrer mitgebrachten Feldküche am Oberen Markt, gleich neben dem Erste-Hilfe-Zelt, Nudeln und Soße. Überall zwischen Amberg und Weiden sichern derweil Feuerwehrleute die Strecke, Polizisten begleiten die Läufer, das THW hilft. Schon Stunden zuvor halbieren etwa die Ehenbachtaler Schützen Holzhammer Bananen, schnippeln Melonen, stückeln Orangen und bereiten Iso-Getränke für ihre Versorgungsstation vor. Sie alle gehören damit zu den über 300 freiwilligen Helfern aus diversen Vereinen, die sich am Start, entlang der Strecke und im Ziel engagieren.

Fotos von Stephan Huber.


Bilder: (gf)


Bilder: (gf)

Die Helfer in Holzhammer warten gespannt auf die ersten Läufer - und sind bitter enttäuscht, als sie kommen. "Da hab' ich so lange geschnippelt und die nehmen gar nichts", sagt eine Schützin. "Das sind die Schnellen, die brauchen nichts. Die anderen nehmen's schon", klärt ein Vereinskollege auf. Und er soll recht behalten. Die Stimmung an der Versorgungsstation steigt mit jeder Banane, die weggeht. "Auf geht's", rufen die Schützen den Läufern hinterher.

Und wie's auf geht. Angelo Spörl gewinnt den Marathon in einer beachtlichen Zeit von 2:41:46. Endorphine scheinen den Körper des Sportlers der DJK Weiden zu fluten, als er ins Mikro ruft: "Was hatte ich für Riesenaction vor dem Lauf. Und jetzt lief es von Anfang an wie g'schmiert. Es war geil. Danke. Happy." Spörl tritt ab.

Fotos von Gerhard Götz.


Fotos: de Vries

Womöglich holt er sich alkoholfreies Weißbier, Kuchen oder Nudeln - und geht zum Duschen oder Ausschwimmen in die Realschulhalle. Ein Wiedersehen gibt es am Nachmittag auf der Partymeile am Unteren Markt. Gegen 13.30 Uhr füllen sich dort die Bierbänke, die Band Lower Market rockt bis zum späten Nachmittag die Bühne, die Organisatoren bringen die Pokale. Doch kurz vor der Siegerehrung vertreibt Regen die Gäste von den Bänken weg und hinein in die Hauseingänge der umliegenden Geschäfte und Gaststätten. Das Ausharren dort lohnt. Bei der Pokalübergabe strahlt die Sonne wieder. Nur die besten Sportler des Tages haben ein wenig Mühe zu lächeln: Nach etlichen Kilometern müssen sie sich nochmal reinknien. Fürs Siegerfoto, bittet der Fotograf: "Recht freundlich zu mir." Alles stöhnt - und lächelt trotzdem.
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