1500 Liter Wasser für 1 Kilo Fleisch

"Weniger als 1 Prozent der weltweiten Wasservorräte sind direkt für den Menschen nutzbar", zeigte Franz Bischof in seinem Referat auf. Zugleich nehmen diese Vorräte bedenklich ab. Bild: Bühner

Keine mahnenden Worte, sondern nüchterne wissenschaftliche Erkenntnisse trug der Professor für Maschinenbau- und Umwelttechnik vor. Dennoch lösten sie große Nachdenklichkeit aus. Sind die Weichen beim Wasserverbrauch falsch gestellt?

Weiden. (sbü) Dass Wasser die Grundlage unseres Lebens ist, bedarf keiner wissenschaftlichen Begründung. Deshalb hat sich Professor Dr.-Ing. Franz Bischof in seinem Vortrag auch nicht lange damit beschäftigt. Ein einfaches Beispiel reichte ihm. Der Embryo besteht zu 85 Prozent aus Wasser, über 50-Jährige noch immer zu rund 50 Prozent und schon 5 Prozent Wassermangel im Körper können lebensbedrohend sein.

Ohne Wasser kein Leben

"Wasser schafft Energie und ist Grundlage unseres Lebens", so der unumstrittene Leitsatz des Vortrags. Auch dass Wasser auf der Erde eine "endliche Ressource und nicht vermehrbar" ist, gehörte zu den Ausgangsfeststellungen des Referenten. Wie kostbar dieses Nass ist, zeigten auch die Beispiele "weniger als 1 Prozent der weltweiten Wasservorräte sind direkt für den Menschen nutzbar" und "860 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu hygienisch reinem Wasser". Zu hören war auch, dass Entsalzungsanlagen 100-mal mehr Energie benötigen als die Gewinnung von Trinkwasser aus natürlichen Ressourcen.

Alle weiteren Feststellungen im Vortrag waren dann Beweise für Fehler im Umgang mit dieser kostbaren Ressource. Die Liste war lang. Sie begann mit dem Satz "überall, wo Wasser billig ist, wird es verschwendet". In Rumänien werde der Wasserpreis subventioniert, deshalb sei dort der Wasserverbrauch pro Kopf etwa doppelt so hoch wie in Deutschland (125 Liter). Den Wasserverbrauch in der Massentierhaltung prangerte Franz Bischof mit dem Satz an: "1500 Liter Wasser werden für ein Kilogramm Rindfleisch verbraucht".

Der Professor stellte die Frage in den Raum, ob wir an der richtigen Stelle Energie sparen. Dabei rechnete er Wasser auf dem Umweg über Nahrungsmittel in Energie um und kam zu dem Ergebnis, dass "der energetische Wirkungsgrad von Rindfleisch nur bei 7,8 Prozent liegt". Für die Produktion von 1 Kilogramm Baumwolle würden 20 000 Liter Wasser verbraucht, rechnete er vor. Der Referent zeigte auch eine 18-Loch-Golfanlage in der Wüste für die täglich 2,3 Millionen Wasser verbraucht würden.

Dass die Wasservorräte schrumpfen, belegte der Referent mit Bildern vom austrocknenden Aralsee sowie mit den Abwassereinleitungen vieler Länder ins Meer. "Weltweit fließen 90 Prozent des gesamten Abwassers ungeklärt in die Küstengewässer", sagte er. Denn 2,3 Millionen Menschen hätten keine hygienische Abwasserentsorgung. Die Wasservorräte seien auf der Erde sehr ungleich verteilt. Trotz unserer hohen Wasservorräte sollte wir "Toilettenspülung nicht mit Trinkwasser erledigen".

Allerdings sei die Installation sogenannter Komposttoiletten in mehrgeschossigen Bauten kaum möglich. Auch das Fracking bedrohte die Wasservorräte, erklärte der Referent. Veranstalter des Vortragsabends waren die KEB Neustadt-Weiden, die OTH Amberg-Weiden sowie die lokale Agenda 21. Als stellvertretender KEB-Vorsitzender dankte Anton Dobmayer dem Referenten für den interessanten Vortrag.
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