1500 Stunden das Herz bearbeitet

Sie stehen bei der Ausstellungseröffnung vor dem Siegerentwurf (von links): 1. Preisträger Axel frühauf (meck architekten), Bürgermeister Jens Meyer, Organisator Dr. Emil Lehner, 2. Preisträger Prof. Landris Ortner (Ortner & Ortner) und Fondara-Geschäftsführer Thomas Schumacher. Bild: Wilck

Es ist nicht der Nabel der Welt. Aber laut Bürgermeister Jens Meyer ist es das Herzstück der Stadt, das der Münchener Investor Fondara neu gestalten und damit das 21. Jahrhundert in Weiden prägen wird. Die Diskussion hat begonnen. Die Ausstellung ist eröffnet.

Bis Ende Mai können die beiden Preisträger und die weiteren vier eingereichten Fassaden-Entwürfe für die künftige Stadtgalerie und das dazugehörige Parkhaus im Foyer des Neuen Rathauses begutachtet werden. Fondara-Geschäftsführer Thomas Schumacher zeigte sich bei der Eröffnung der Ausstellung am Mittwochabend offen für positive Kritik. Jetzte gehe es darum, die hohe Qualität der Entwürfe weiter zu entwickeln und umzusetzen. Er forderte dazu auf, Ideen einzubringen, und empfahl eine "unaufgeregte Diskussion". Die Entscheidung Fondaras für den ersten oder zweiten Preisträger kündigte Schumacher für die zweite Juni-Hälfte an.

Stark beeindruckt von der Qualität der Entwürfe zeigte sich Dr. Emil Lehner, der mit seinem Büro SHL den Wettbewerb organisiert und betreut hat. Die kreativsten Büros seien angeschrieben worden, und sie hätten auch mitgemacht und 1500 Stunden Arbeit investiert. "Das geht nicht so übers Wochenende." Lehner wertete es als absolut positiv, dass die Entwürfe der beiden Sieger völlig unterschiedlich ausgefallen seien. "Beide Lösungen sind aber sehr gut und mit Feuer gefertigt." Der Architekt dankte Fondara, "für das, was Sie alles auf sich nehmen".

Die Preisrichter überzeugte der Entwurf der Meck-Architekten aus München, dicht gefolgt von dem Entwurf des Architekturbüros Ortner & Ortner Baukunst (Düsseldorf und Wien). Eingereicht worden waren aber noch mehr Entwürfe für die Stadtgalerie sowie das Parkhaus, die wir hier zeigen.


Da der Vorsitzende der Jury, der Münchener Prof. Dr. Rudolf Hierl im Stau steckte und für die Fahrt nach Weiden vier Stunden brauchte, gab Lehner bei einem Rundgang einen erläuternden Einblick in die vier Arbeiten, die sich nicht durchsetzen konnten. "Der neue Tag" wird sie in seiner Samstagausgabe noch gesondert vorstellen.

Die Vorstellung der Siegerarbeiten übernahmen die Preisträger selbst. Axel Frühauf, Erstplatzierter und Geschäftsführender Gesellschafter von "meck architekten", sprach von einem ganze neuen Impuls. Identität werde geschaffen. "Das wird eine Adresse." Die Lösung sehe sich als Vermittler zwischen den Bauweisen. Deshalb habe man sich auch für ein durchgängiges, einheitliches Konzept entschieden. In Weiden als Material auf Keramik zu setzen, habe sich als Idee schnell entwickelt.

"Das ist nichts, was woanders stehen könnte", beschrieb Prof. Laurids Ortner (Ortner&Ortner Baukunst") die Lösung seines Büros. Man übernehme Traditionen wie die Bogen-Motive in den Eingangsbereichen. Mit dem Sockel aus Naturstein werde auch die Verbindung zum Parkhaus hergestellt.
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