19-jährige Weidenerin liest im Schülercafé aus ihrem Roman "Eisige Kälte"
Ein Monster an Mutters Seite

Auch vor heißen Eisen macht Autorin Maron Fuchs (19 und aus Weiden) in ihrem Buch "Eisige Kälte" nicht halt. Bild: Kunz
Die Autorin sitzt auf dem Fensterbrett und lacht selbstbewusst. "Wir wandern jetzt von Berlin-Kreuzberg in ein kleines Dörfchen in der Nähe von Weiden, das vielleicht einige Leute von euch kennen. Das heißt nämlich Pirk." Maron Fuchs hat ihren jüngsten Roman "Eisige Kälte" zum großen Teil in "der schönen Oberpfalz", in Weiden und Umgebung, angesiedelt.

Klar, dass die ehemalige Schülerin des Kepler-Gymnasiums ihre Schule mitspielen ließ. "Kennt ihr das ,Elly?'" - "Ja", antworteten die Zuhörer. "Darüber wird ein wenig gelästert." Die Geschichte spiele also in der Nähe, bekundete Maron Fuchs. Der Name ist ein Pseudonym. Tanja Koller hatte die Autorin ins Schülercafé "Scout" geladen. Ihre Lesung setzte den Schlusspunkt hinter die zweiwöchigen Aktion "Tabus brechen".

In dem Roman geht es um häusliche Gewalt, Grausamkeiten und Misshandlungen. Die gehörten für die 17-jährige Larissa seit Jahren zum Alltag. Seit ihre Adoptivmutter "dieses Monster" geheiratet hat. Seither dreht sich ihr Leben nur noch darum, ihre Schwester, die achtjährige Nele, zu beschützen und an ihrem 18. Geburtstag mit der Kleinen zu flüchten.

Als ihr Stiefvater seine Frau in einem seiner Wutanfälle tötet und Larissa krankenhausreif prügelt, scheint es unmöglich zu sein, Nele vor dem Kinderheim zu bewahren. Wären da nicht die beiden Fremden, die die Mädchen bei sich aufnehmen und behaupten, Larissas leibliche Eltern zu sein. Sie Grundschullehrerin, er Kinderarzt.

Eine starke, belastende und sehr bemerkenswerte Geschichte für eine erst 19-jährige Autorin. Was passiert eigentlich hinter all diesen Fenstern in der Nachbarschaft? Dieser Frage ist die Studentin (Lehramt in Bamberg) nachgegangen. "Wir waren schon an zwei Schulen, in der Wirtschafts- und in der Pestalozzischule", erzählte Tanja Koller. Die Schüler seien von der Lesung begeistert gewesen. "Es war richtig gut."

"Es geht um häusliche Gewalt - ein Tabuthema." Es ist laut Tanja Koller toll, dass die Geschichte auch in Weiden spielt. "Wenn die Jugendliche hören, es geht ums Beanery, ums Kepler-Gymnasium. Da kann man sich viel besser reindenken in das Buch." Die Handlung zeige, wie die beiden Mädchen wieder aufblühten hier in der Region - nach all der durchlebten Gewalt. "Es wird beschrieben, wie sie wieder Freundschaften knüpfen, wie sie wieder ins Leben zurückfinden können."

Maron Fuchs schreibt seit ihrem 14. Lebensjahr. Dies ist ihr zweites Buch, das veröffentlicht worden ist. Ihr Erstlingswerk hieß: "Kamillensommer".

"Uns ging es darum, einem jungen Menschen mit viel Talent, eine Bühne zu geben. Und die Geschichte passt ja auch zu unserem Thema", sagte Tanja Koller. Im Anschluss an die Lesung diskutierten die Zuhörer. Sie erwähnten dabei auch Weidener Fluchtburgen für Gewaltopfer: das Jugendzentrum, die Beratungsstelle Dornrose oder auch das Schülercafé.
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