1983 eine Sensation: James Last in Weidener Mehrzweckhalle - In der Pause Begegnung mit Fans
"Hansi füllt jeden Saal - auch bei euch"

Drei Stunden Happy-Sound vom Feinsten: James Last bei seinem Auftritt am 30. Oktober 1983 in der Weidener Mehrzweckhalle . Bild: Kunz
Die Bühnen, auf denen er mit seinem Orchester stand, befanden sich in großen Arenen: Hamburg, Wien, Köln, Zürich, London. In kleineren Hallen gastierte der am Dienstag in Florida verstorbene Bandleader James Last so gut wie nie. Der Mehrzweckhalle am Weidener Wasserwerk aber gab er einmal die Ehre seines Besuchs.

Es war ein regnerischer Oktoberabend: Sonntag, 30. Oktober 1983. Ein paar Wochen zuvor hatte man Plakate ausgehängt. Danach setzte ein Sturm auf die Karten ein. Sie kosteten 45 Mark für die erste und 36 Mark für die zweiten Kategorie. Für damalige Verhältnisse durchaus stattliche Summen. Als James Last heuer seine Abschiedstournee absolvierte und dabei auch nach Regensburg kam, lagen die Ticketpreise für beste Plätze an der 100-Euro-Grenze.

James Last in Weiden. Station einer Tour, die zum 20-jährigen Bestehen des Orchesters durch alle deutschsprachigen Länder führte. Der Passauer Werner Forster, Inhaber eines Veranstaltungsbüros und vor wenigen Monaten in seiner Heimatstadt verstorben, hatte Last und sein Orchester engagiert. Der gebürtige Bremer war seinerzeit schon ein in ganz Europa prominenter Mann. Diesen Bekanntheitsgrad hatte Werner Forster auf seiner Rechnung. Er antwortete damals auf die Frage "Warum Weiden?" lapidar: "Hansi füllt jeden Saal. Auch den bei euch."

Die Mehrzweckhalle platzte schier aus allen Nähten, als das Konzert begann. Die vielen Last-Musiker hatten zwar nur sehr begrenzten Platz auf der Bühne, aber sie liefen zusammen mit ihrem Chef zur vollen Form auf. Fast drei Stunden lang gab es Happy-Sound vom Allerfeinsten.

In der Pause empfing James Last ein paar seiner Fans. Darunter auch einen Journalisten aus Cham. Für den Mann bedeutete dies die Erfüllung eines Traums. Er besaß sämtliche Last-Platten, bekam einige von ihnen signiert und nahm ein Foto mit, das ihn und sein Idol zeigte. Es hing bis zum Tod des Chamers im Eingangsbereich seines Hauses. Werner Forster hatte ihm zuvor versprochen: "Du wirst ihn treffen und Du wirst mit ihm reden können."

Als James Last später einmal bei einer Pressekonferenz im Münchener "Seehaus" nach seinem Auftritt in Weiden gefragt wurde, erinnerte er sich. Zwar waren ihm Jahr und Tag nicht mehr im Gedächtnis haften geblieben, wohl aber das: "Ja, da war ich mal. Wenn es nach den Leuten gegangen wäre, hätten wir wohl noch viele Stunden Musik machen können."

Doch irgendwann musste Hansi ins Bett und am anderen Morgen weiter.
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