36. Jahrestagung der Nuklearmediziner in Weiden: Für Ärzte, Wissenschaftler und Studenten
Perfekte Prognosen

Nicht nur hier, in der "vertrauten Welt für die Nuklearmediziner", fühlten sich diese wohl. Lob gab es auch insgesamt für den Tagungsort Weiden. Von links: Professor Dr. med. Joachim Sciuk, Vorsitzender der Bayrischen Gesellschaft für Nuklearmedizin, die Organisatoren des Kongresses - OTH-Professor Dr. Ralf Ringler und Privatdozent Dr. Johann Schönberger, Leiter der Abteilung Nuklearmedizin am Klinikum Weiden - sowie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Bild: Bühner

Die meisten der 250 Ärzte und Wissenschaftler waren zum ersten Mal in Weiden. Und es hat ihnen hier offenbar gefallen: Für die Kongressstadt gab es großes Lob. Zur 36. Jahrestagung der Nuklearmediziner kamen nicht nur Ärzte und Wissenschaftler, sondern auch zahlreiche Firmenvertreter. Auch den Studenten boten sich viele Chancen.

(sbü) "Diese Tagung steht den Tagungen an Universitäten keinesfalls nach", sagte Professor Dr. Joachim Sciuk, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum Augsburg. Der Professor ist seit vier Jahren Vorsitzender der Bayrischen Gesellschaft für Nuklearmedizin. "Es war eine kluge Entscheidung, die Tagung nach Weiden zu legen", erklärte er den in der OTH in Weiden versammelten rund 250 Ärzten, Physikern, medizintechnischen Fachkräften und Industrievertretern.

Dritter großer Kongress

Die Tagung ist schon der dritte große Wissenschaftskongress, der dieses Jahr in Weiden stattfindet. Neben den wissenschaftlichen Vorträgen stellten 26 Unternehmen ihre nuklearmedizinischen Produkte aus. Dabei waren so bekannte Namen wie Siemens und Philips. In einem gesonderten Hörsaal präsentierten sich die Unternehmen den Studenten.

Federführend für den Kongress waren OTH-Professor Dr. Ralf Ringler und Privatdozent Dr. Johann Schönberger Chefarzt der Nuklearmedizinischen Abteilung des hiesigen Klinikums. OTH und Klinikum arbeiteten dabei sehr eng zusammen. OB Kurt Seggewiß stellte den Kongressteilnehmern Stadt und Region vor. Kritik übte Seggewiß dabei an der geplanten Krankenhausreform, die zu Schließung regionaler Krankenhäuser führen würde.

In einem Pressegespräch berichteten die Organisatoren der Tagung über deren wesentliche Inhalte und die aktuellen Entwicklungen in der Nuklearmedizin. Geradezu begeistert zeigte sich Professor Sciuk von den Vorteilen der Nuklearmedizin für Diagnose und Behandlung der Patienten. Das Spektrum der Krankheiten sei sehr breit, in denen diese Verfahren eingesetzt werden könnten. Zusammen mit Prof. Ringler und Dr. Schönberger erläuterten die Experten die Wirkungsweise nuklearmedizinischer Verfahren. Bei der Nuklearmedizin würden schwach radioaktive Stoffe injiziert. "Wir messen 1:1 den Stoffwechsel, denn jede Krankheit beginnt mit Stoffwechselproblemen." Funktionelle Veränderungen gingen strukturellen Veränderungen voraus.

Unverzichtbar

Während die Röntgentechnik oder das Kernspin-Verfahren lediglich einen Zustand abbilde, könne die molekulare Bildgebung auch vorausschauen. "Die PET-Technologie kann frühzeitig eine gute oder schlechte Prognose für den Patienten abgeben." Und die Entwicklungen stünden erst am Anfang. Als Beispiel wählte Professor Sciuk die Parkinson-Erkrankungen. Wie der Botenstoff Dopamin in den Gehirnzellen wirke, könnte mit nuklearmedizinischen Verfahren dargestellt werden. Für Prof. Ringler ist "moderne Onkologie ohne Nuklearmedizin nicht mehr vorstellbar". Die Hybridbildgebung werde die verschiedenen Abbildungsverfahren kombinieren können. "Die Geräte wachsen zusammen", ergänzte Prof. Sciuk.

Dass unter den Mediziner auch Konkurrenz herrscht, deutete Prof. Ringler an: "Wir wehren uns gegen die Lobby der Radiologen." Die Strahlungmesstechnik sei schon sehr ausgereift, damit Radioaktivität den Patienten nicht schade. Radiojod- und Radioimmuntherapie seien Beispiele moderner Radiopharmazie.
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