38-Jähriger muss wegen Drogenhandels in Haft
Gericht geht doch von Deal aus

Weiden. (rns) Zu dreieinviertel Jahren Freiheitsstrafe verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl den 38-Jährigen, der am Münchner Hauptbahnhof mit einer kleinen Menge Methamphetamin erwischt worden war. In seiner Wohnung im Landkreis Tirschenreuth waren bei einer Durchsuchung dann eine größere Menge Crystal, dazu Cannabis-Samen und ein Notizblock mit verdächtigen Namen und Zahlen gefunden worden (der NT berichtete).

Dass diese Aufzeichnungen etwas mit Drogengeschäften zu tun hätten, wie Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Christian Härtl ihm vorwarf, dagegen verwahrte sich der Angeklagte. Er habe niemals gedealt. Das gefundene Rauschgift sei nur für seinen Eigenkonsum gewesen. Sein Verteidiger, Franz Wittl (München), hatte am ersten Verhandlungstag die Zeugeneinvernahme aller auf dem Notizblock vermerkten Personen beantragt, falls man dies als Grundlage für eine Verurteilung wegen Handelns mit Rauschgift nehmen wolle. Daraufhin hatte Heindl diese Personen für Montag laden lassen. Vier der sechs Arbeitslosen folgten der kurzfristigen "Einladung".

Lieber schweigen

Ein 44-Jähriger behauptete im Zeugenstand, den Angeklagten zwar vom Sehen zu kennen, jedoch nie etwas von ihm gekauft zu haben. Ein 42-Jähriger wollte ihn gar nicht kennen. Verdächtig jedoch, was von den zwei anderen kam, deren Namen auf dem verräterischen Zettel standen. Sie beriefen sich auf das Recht zur Aussageverweigerung, da sie sich bei wahrheitsgemäßer Aussage selbst einer Straftat bezichtigen müssten.

Wieder ein Indiz, dass der vielfach wegen Drogendelikten Vorbestrafte gedealt hatte. Staatsanwalt Härtl forderte deshalb drei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe. Rechtsanwalt Wittl plädierte auf zwei Jahre mit Bewährung. Wegen Handelns mit Betäubungsmitteln gaben Richter Heindl und die beiden Schöffen eine Freiheitsstrafe von dreieinviertel Jahren "ohne".
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