458 Hände packen kräftig an

"Jede helfende Hand wird gebraucht", erklärte der Führungsstab im BRK-Kreisvorstand. Er will auch weiterhin "Partner für die Kommunen" sein. Dabei stehe der Mensch im Mittelpunkt allen Handelns. Bild: le

Der Flüchtlingsandrang ist eine Herausforderung. Doch die Ehrenamtlichen des BRK nehmen sie gerne an. Wer die Not dieser Menschen erlebt, ist erschüttert, schildert BRK-Direktor Franz Rath seine Eindrücke.

Weiden. (le) "Wir sehen unsere ehrenamtliche Tätigkeit als Verpflichtung gegenüber jenen Menschen, die in Not geraten und auf Hilfe angewiesen sind", sagte Rath, der zugleich BRK-Kreisgeschäftsführer ist, bei einer Pressekonferenz im Rot-Kreuz-Haus.

Einsatz ist beispielhaft

Kreisvorsitzender, Altlandrat Simon Wittmann, hatte eingangs den Einsatz der ehrenamtlichen BRK'ler und Helfer rund um die Uhr gelobt. Diese Aktivitäten seien beispielhaft. Ein dickes Kompliment galt den Verantwortlichen, die dafür sorgten, dass die Koordination unter den einzelnen Gruppen - Feuerwehr, Wasserwacht, Bergwacht, dem Beauftragten für den Katastrophenschutz, Ärzteschaft, Rettungsdienst und Bereitschaften - optimal funktioniere.

Raths Zwischenbilanz über die Einsatzstunden der Ehrenamtlichen in den Aufnahmelagern Weiden und Neustadt/WN, bei der Bundespolizei in Waidhaus sowie am Bahnhof Weiden ließ aufhorchen: 229 Helfer leisteten hier bisher 1399 Stunden - rund um die Uhr. Es begann am 10. Juli bei der Bundespolizei in Waidhaus: Dort waren 62 Helfer 273 Stunden im Einsatz. Bei der Bundespolizei Weiden leisteten am gleichen Tag 11 Helfer 57 Stunden Hilfe. In der Turnhalle des Gymnasiums Neustadt kümmerten sich 56 Helfer bisher 431 Stunden um die Betreuung der Flüchtlinge. In der Turnhalle der Berufsschule Weiden leisteten vom 30. Juli bis 7. August 7 Einsatzleiter 82 Stunden lang freiwilligen Dienst.

Für Essensausgabe und Sanitätsdienst in der Turnhalle der Berufsschule Weiden fielen vom 26. Juli bis 31. Juli bei 22 Helfern 112 Stunden an. Nach der Ankunft der Flüchtlinge am 26. Juli in Weiden leisteten 20 Personen 100 Stunden lang Hilfe und Sanitätsdienst, am 1. August waren es 16 Helfer und 60 Stunden. Für die Betreuung von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen waren in Weiden vom 24. bis 30. Juni 14 Helfer 168 Stunden lang freiwillig vor Ort.

Aus dem Winternotfallplan sei ein Sommernotfallplan geworden. Die Einrichtung eines Krisenstabes habe sich bewährt. Der BRK-Kreisverband und seine Helfer betrachten sich als "Partner der Kommunen", sagte Franz Rath. Die ganze Arbeit ruhte bisher auf dem Ehrenamt. Dazu komme ungeahnte Hilfe aus allen Schichten der Bevölkerung. Die Bürger zeigten sich sehr aufgeschlossen. Das stärke die Arbeit aller Einsatzkräfte. Hartmut Ordnung, Beauftragter für Katastrophenschutz, lege ein beispielhaftes Engagement an den Tag, lobte Rath. Das gelte auch für die gesamte Ärzteschaft, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stelle, was Dr. Gerhard Wührl und Dr. Richard Pruy bestätigten. Es gebe derzeit keine Probleme in der kostenlosen ärztlichen Behandlung der Flüchtlinge.

Dienst am Menschen

Ohne das freiwillige Engagement der vielen Helfer wäre das alles nicht zu leisten, erklärten die Bereitschaftsleiter übereinstimmend. Ein Ende sei bisher nicht absehbar. Deshalb gelte weiterhin: "Wir brauchen jede helfende Hand." Es gehe um Menschen, betonten Rath und Wittmann übereinstimmend. Das sei allen Helfern bewusst. Sie praktizierten christliche Nächstenliebe.
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