681 Asylverfahren - Umbau eines Teils der Berufsschule zur Notfallunterkunft geplant

Oberregierungsrat Dr. Norbert Vogl, im Landratsamt für das Thema Flüchtlinge zuständig, hat für den Kreisausschuss einen Lagebericht verfasst. Demnach waren am 22. September 681 Menschen mit laufenden Asylverfahren im Landkreis untergebracht. Bei dieser Zahl ist die Notunterkunft in der Walter-Höllerer-Realschule nicht berücksichtigt.

2012 wies der Landkreis erst 87 Asylverfahren auf. Diese Zahl stieg 2013 auf 193 und 2014 auf 403. Hauptherkunftsland derjenigen, die einen Antrag stellen, ist seit 2014 Syrien. Vorher waren es die Russische Föderation (2013) und der Iran (2011/12). Anerkannt wurden (als Asylberechtigte, Flüchtlinge oder mit Abschiebehindernissen): 2012: 1, 2013: 14, 2014: 45, 2015: 78. Die meisten positiven Entscheidungen betrafen laut Vogl Syrien, in geringem Umfang Irak und Iran. Negative Asyl-Entscheidungen seien bisher nur wenige ergangen. Sie beträfen in erster Linie die Westbalkanländer. "Fast alle hiervon betroffenen abgelehnten Asylbewerber sind im Wege der freiwilligen Ausreise in ihr Heimatland zurückgekehrt."

Gemeinschaftsunterkünfte der Regierung gibt es im Landkreis in Tanzfleck (Kapazität: 50) und in Vilseck (70). Zudem hat der Landkreis 64 Objekte angemietet, in denen 579 Menschen dezentral untergebracht sind. Die ehemalige Landwirtschaftliche Berufsschule in Amberg soll ab 1. November als Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung der Regierung zur Verfügung stehen. "Von den dort baurechtlich genehmigten 186 Plätzen entfallen 60 Prozent auf den Landkreis und werden auf dessen Notfallkapazitäten angerechnet."

Damit die Realschulturnhalle in Sulzbach-Rosenberg wieder für den Sportunterricht genutzt werden kann, plant der Landkreis laut Vogl, die Notfallunterkunft in den leerstehenden B-Trakt (Bauhallen) der Staatlichen Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg zu verlegen. Das erfordere relativ wenig bauliche Maßnahmen. Die seien vor allem im Bereich der sanitären Anlagen nötig. Ein Umzug sei für die zweite Dezemberhälfte ins Auge gefasst.

"In einem zweiten Schritt wird überlegt, westlich an die Berufsschule angrenzend, im Bereich des vormaligen Holzlagers, Notfallunterkünfte in nachhaltiger Bauweise zu errichten." Später könnten die eventuell als "Schülerwohnheim für ein Berufsschulsystem mit Blockunterricht" genutzt werden. (ll)
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