Ab in die Bütte

Die "Schwarze Kunst" findet zwar mittlerweile mit sauberen Fingern am PC statt. Die Drucker ließen sich den Spaß des Gautschfestes aber nicht nehmen. Spintler-Kollegen versenkten die neuen Gesellen im Zuber: (von links) Daniel Heinl, Stephanie Panzer und Florian Wittich. Bild: Dobmeier

Auch in den Zeiten digitaler Medien wird eine Tradition gepflegt, die noch aus Zeiten der Schriftsetzer stammt: das Gautschen.

Weiden. (rdo) Die Wassertaufe reicht ins 16. Jahrhundert zurück, als die Gäutschlinge, auch Kornuten genannt, nach der Ausbildung in der Wasserbütte von den Lehrlings-Untugenden frei gewaschen wurden.

Heute sind es nicht mehr die Schriftsetzer, die mit Bleibuchstaben, Aalen und Ausbindeschnur hantieren. Die Druckerei Spintler nahm beim "Gautschfest" drei Azubis in den Betrieb auf, die ihr Handwerk zum Großteil am Computer ausüben: Stephanie Panzer und Florian Wittich haben den Beruf des Mediengestalters für Druck am Computer erlernt, Daniel Heinl hat Digitaldruck bei Siebdruck Regler gelernt und arbeitet bei Spintler.

Als Gautschmeister fungierte Berthold Sparrer, der die Kornuten als vollwertige und hochgeschätzte Kollegen frei sprach und aufnahm, wie es einst die Alten der "Schwarzen Kunst" zu tun pflegten. Dann griffen die Packer Hans Möhwald, Thomas Frisch, Martin Busch und Bernhard Höning beherzt zu und tauchten die Neuen nacheinander in das frische Wasser. "Ab heute dürfen keine Fehler und Makulaturen mehr produziert werden", lautete der Befehl. Als Zeugnis erhielten die drei Gesellen dann den Gautschbrief überreicht.

Der Dank der Gesellen galt Dr. Ernst Freuding und Dr. Renate Freuding-Spintler sowie Geschäftsführer Thomas Leckert, die sich an den Vorbereitungen und der Ausrichtung des anschließenden Umtrunks beteiligten.
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