Aberglaube auf Weidens Hotelfluren: Kein Zimmer Nummer 13

Eine Nacht im Hotelzimmer Nummer 13? Das ist schwer buchbar. Auch in Weiden. Eine 13. Etage? Fehlanzeige. Wer dem Aberglauben trotzt? "Der neue Tag" zum Beispiel. Mutig finden sich auf Seite 13 Sportnachrichten. Bild: dpa
Wenn heute der Bauch grummelt, sobald der Blick auf den Kalender fällt, könnte die Ursache ein Hauch von Paraskavedekatriaphobie sein. So heißt sie unter Fachleuten, die abergläubische Angst vor Freitag, dem 13.

Ja, es soll diese Phobie tatsächlich geben. Aber keiner will jemanden kennen, der einen kennt, der wirklich darunter leidet. Obwohl. Hoteliers in Weiden sind da firm. Sie beugen vor. Zumindest der Angst vor der vermeintlichen Unglückszahl 13, im Fachjargon Triskaidekaphobie genannt. So gibt es etwa im Hotel "Zur Heimat" kein Zimmer mit der Nummer 13 - "vorsichtshalber", sagt Josef Heining junior. Dabei gebe es in seinem Haus mit 25 Zimmern durchaus die Gelegenheit, die vermeintliche Unglückszahl zu vergeben. "Diese Zimmernummer aber hat mein Opa schon ausgelassen." Aktuell starten die Nummern ganz logisch, aber nicht allzu bescheiden bei 100 für die erste Etage, bei 200 für die zweite und so fort.

"Hier im Admira gibt es 104 Zimmer, aber keines mit der Nummer 13", sagt Armin Plavulj. Der Grund: "Weil es das nirgends gibt", ist sich der Rezeptionist sicher. Schließlich war er bereits in drei anderen Hotels "ohne" tätig. Von wegen das gibt es nirgends. Roswitha Hafner, Rezeptionistin im "Hotel am Tor" mit insgesamt 39 Zimmern, widerspricht: "Etwa 80 Prozent der Hotels verzichten darauf." Das "Hotel am Tor" zählt zur Mehrheit: "Bei uns geht es erst mit 21 los." Anders im "Altstadt Hotel Bräuwirt". Es startet mutig mit der Zimmernummer 12, um dann aber die 13 auszulassen. "Das ist einfach grundsätzlich so", erklärt Annett Pohl, die Rezeptionistin dort.

Aha. Die Mehrheit der Hotels in Weiden fährt also die Vermeidungsstrategie: Wo erst gar keine 13 existiert, bringt sie auch kein Unglück. So ähnlich muss das Bauamt der Stadt Weiden ebenfalls gedacht haben: Ein Wohngebäude mit mindestens 13 Stockwerken hat es erst gar nicht genehmigt. Nur wirklich bewusst war das im Amt niemanden, zeigt sich bei den NT-Recherchen.

Muss es auch nicht sein. Mit Aberglaube oder Triskaidephobie hat schließlich kein Paragraf der Bauordnung etwas am Hut, mag sich der ein oder andere dort empören. Die spinnen wohl bei der Zeitung. Apropos: Spinne am Abend erquicket und labet. Auch wenn die Spinne gar nichts mit dem guten alten Handwerk Spinnen zu tun hat. Aber welcher Aberglaube schert sich schon um solche Banalitäten?
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