Ärzteverbund lädt zu Patientenseminar am 26. November
Unterzucker kann gefährlich werden

Weiden. Der Mensch kann schnell in Unterzucker geraten: Er hat zu wenig gegessen, zu viel Alkohol getrunken, sich überanstrengt, ist bei großer Hitze unterwegs oder hat - als Diabetiker - bei der Insulin-Dosis nicht aufgepasst. Das gilt selbst im Schlaf: Wer unruhig aufwacht, durchgeschwitzt ist, Kopfschmerzen hat, kann im Unterzucker gewesen sein. Der Fachbegriff hierfür lautet: Hypoglykämie. Der Ärzteverbund Oberpfalz-Nord veranstaltet dazu am 26. November ein Patientenseminar in der Max-Reger-Halle. Beginn ist um 17 Uhr.

Schätzungen gehen von acht Millionen Diabetikern in Deutschland aus. Bei der Behandlung müssen die Patienten ab und zu mit Hypoglykämie rechnen. Sie entsteht, wenn der Insulinmenge im Blut keine ausreichende Menge Blutzucker (Glukose) gegenübersteht. In diesem Fall senkt Insulin die Blutzuckerkonzentration so stark ab, dass die Funktionsfähigkeit der Zellen eingeschränkt wird. "Das macht sich durch Herzklopfen, Heißhunger, Reizbarkeit, Seh- und Konzentrationsstörungen, Zittern oder Schwitzen bemerkbar", erläutert der Internist und Diabetologe Dr. Georg Aderbauer aus Weiden.

Wer regelmäßig in Unterzucker gerät, riskiert, dass sich der Organismus im Laufe der Zeit an zu niedrige Blutzuckerkonzentrationen gewöhnt. Dann bleiben Symptome wie Schwitzen oder Zittern aus, der Diabetiker erkennt die Unterzuckerung nicht rechtzeitig. Es gibt Hinweise, dass unbehandelte schwere Unterzuckerungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und langfristig das Gehirn schädigen. Damit steigt auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. "Wer den Unterzucker spürt und sich noch selbst helfen kann, sollte Traubenzucker, Gummibärchen oder ein Stück Brot essen", rät Dr. Aderbauer. "Auch ein Glas Fruchtsaft hilft. Die Getränke sollten aber keinen Süßstoff enthalten." Wer dagegen schwer unterzuckert ist, braucht Hilfe von außen, ist meist bewusstlos. Doch etwas einflößen sollten die Helfer nicht, sonst droht Erstickungsgefahr. Am besten wird der Rettungsdienst verständigt.

In Weiden werden seit Oktober die Medizinischen Fachangestellten (MFA) in den Arztpraxen sowie deren Diabetes-Patienten im Raum des Ärzteverbundes Oberpfalz-Nord zum Thema Unterzucker sensibilisiert. Am Mittwoch, 26. November, leitet die Diabetesberaterin Regina Timmler-Berger dazu das Patientenseminar in der Max-Reger-Halle.
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