Äthiopier gewinnt Night-Run mit großem Vorsprung - Auch Domenika Weiß läuft Streckenrekord
Wer kennt Edisu Getachew?

Der 23-jährige Äthiopier Endisu Getachew stahl beim Night-Run allen etablierten Läufern die Schau. Der in einer Asylbewerberunterkunft in Michelfeld bei Auerbach lebende Afrikaner siegte mit großem Vorsprung. Bilder: Büttner
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
27.07.2014
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Knapp 1000 Starter und mindestens genau so viele Zuschauer feierten beim achten Night-Run am Samstag eine große Lauf-Party. Am Unteren Markt sorgten Zuschauer und Gäste in Cafés und Restaurants für Stadionatmosphäre. Die Läufer revanchierten sich mit hochklassigem Sport und zwei Streckenrekorden. Vor allem der Überraschungs-Sieger der Männern begeisterte Fachleute und Laien.

Kennst Du den? Wo kommt der her? Kurz nach 21.30 Uhr gab es einige offene Fragen beim Ziel am Hotel Admira. Ein kleiner Afrikaner war gerade mit großem Vorsprung durchs Ziel gelaufen. Immer noch lag schwüle Hitze über der Stadt, die Strecke gilt als nicht einfach: 31:30 Minuten bedeuten dafür eine absolute Spitzenzeit und neuen Streckenrekord.

Grund des Staunens war Edisu Getachew. Der 23-Jährige stammt aus Äthiopien, lebt aber seit zwei Monaten in einer Asylbewerberunterkunft in Michelfeld bei Auerbach. In seinem Heimatland habe es "einige Probleme" gegeben. Über den Grund seiner Flucht will Getachew nicht so gerne reden, lieber über das Laufen.

Erst seit drei Wochen trainiere er wieder, erzählt er. Der Start in Weiden war sein erster in Deutschland. In Europa war er aber schon mal: "2012 habe ich am Toulouse-Marathon teilgenommen." Persönliche Bestzeit lief er im Oktober 2013 in Casablanca in Marokko. 2:17 Stunden benötigte er dort für die 42 Kilometer. Mit dieser Zeit, wäre er in Deutschland an der nationalen Spitze, in Äthiopien reicht sie nur für einen Platz im Mittelfeld.

Vom Lauf in Weiden war Getachew begeistert, Stimmung und Strecke hätten ihn sehr gefallen. Mit seiner Leistung war er aber nicht zufrieden. "Ich wollte unter 30 Minuten laufen." Der Trainingsausfall mache sich wohl bemerkbar, und das Überrunden auf den drei Runden habe Zeit gekostet.

Die beeindruckende Vorstellung des Äthiopiers ließ die Leistungen der anderen Läufer beinahe in den Hintergrund treten. Zu Unrecht: Hinter Getachew lieferten sich Andreas Hecht und Maximilian Zeus über 10 Kilometer eine packendes Duell. Hecht konnte den regionalen Seriensieger Zeus nach einem harten Tempolauf diesmal um sieben Sekunden schlagen. Genau 34 Minuten benötigte er. In den Vorjahren hätte er damit sicher gewonnen.

Auch die Frauen boten großen Sport: Domenika Weiß von der Skivereinigung Amberg lief in 37:16 Minuten ebenfalls Streckenrekord. Ihr Vorsprung auf die Verfolger war noch größer als bei den Männern: Tamara Kick belegte in starken 41:43 Minuten Platz zwei vor Lea Süß von der LAC Quelle Fürth (42:18 Minuten).

Im Hobbylauf über 5 Kilometer zeigte der Thüringer Nico Jahreis eine Spitzenleistung. 16:38 Minuten benötigte er für die beiden Runden durch die Stadt. Dahinter landeten Christoph Schraml von der DJK Weiden (18:17 Minuten) und Oliver Gruber vom Bocca-Club Vohenstrauß (20:17 Minuten) Bei den Frauen siegte Julia Schraml von der DJK Weiden (20:30 Minuten), vor Birgit Schulze von der Concordia Windischeschenbach (20:36 Minuten) und Isabell Schöberl von Aera Media (23:52 Minuten). Im Kinderlauf waren ebenfalls zwei Läufer der DJK Weiden ganz vorne: Quentin Uzmann (3:18 Minuten) und Andreas Pekarek (3:49 Minuten).
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