Aktivistin Cécile Lecomte will zum Nachdenken anregen
Die Kunst des Kletterns

Normalerweise liebt Kletteraktivistin Cécile Lecomte die Action. Im "Rio-Raum" nahm sie lieber Platz, um darüber zu erzählen - und aus ihrem aktuellen Buch zu lesen. Titel: "Kommen Sie da runter". Bild: Kunz
"Ich bin der Meinung, Aktionsklettern ist eine Kunst", bekennt Cécile Lecomte. Die in Lüneburg lebende Französin veröffentlichte in ihrem Buch "Kommen Sie da runter" eine Reihe von Kurzgeschichten, die aus dem politischen Leben einer Kletterkünstlerin erzählen. Jetzt las sie beim Verein für junge Kunst und Kultur im "Rio".

Lecomte bezeichnete ihre "Arbeit" als "die Kunst, zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu sein, um was politisch zu bewegen". Sie wolle auffallen, "Sand im Getriebe sein". Seit Jahren klettert sie auch für "Robin Wood", befestigt Banner auf Demos oder versucht mit ihren Aktionen gegen die militärische Nutzung von Atomkraft in Frankreich aufmerksam zu machen. Diese Aktion ist auf dem Titelbild festgehalten: "Man sieht, wie klein man ist, was man aber Großes machen kann." Sie sei der Meinung, dass man als politisch Aktiver kleine Schritte für große Träume unternehmen müsse.

Das Klettern habe sie als Siebenjährige gelernt. Seit zehn Jahren sei sie auch politisch aktiv. "Vor 15 Jahren war ich Frankreichs Meisterin im Sportklettern." Bald habe sie aber gemerkt, dass man dabei gegen andere kämpfe. "Heute setze ich meine Kunst lieber für eine Sache, für eine bessere Welt und die Menschen ein." Jeder sollte sich seinen Fähigkeiten entsprechend politisch engagieren. "Nicht jeder muss klettern." Man brauche auch "Bodenpersonal". In einer Partei sei sie nicht. Man könne etwas erreichen - da zeigte sich Lecomte sicher. "Wir haben mal erreicht, dass der Müll, der von der deutschen Uran-Anreicherungsanlage in Gronau nach Russland exportiert wurde, jetzt nicht mehr dorthin transportiert wird."

Lecomte will mit ihren Kletteraktionen zum Nachdenken anregen. "Nicht alle müssen meine Meinung haben. Ich will aber, dass sie sich überhaupt für Politik interessieren und Fragen stellen." Apropos "Sand im Getriebe": Der Flughafen Frankfurt sei auch nicht so schnell gewachsen, wie sich die Betreiber das gewünscht hätten. "Ich war dabei."
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