Aktuell 94 Plätze für minderjährige Flüchtlinge - Jugendamt rechnet mit Rückgang
Über die ganze Stadt verteilt

Weiden. (ps) 94 Plätze stehen im Stadtgebiet Weiden derzeit für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereit. "Wir können stolz sein, dass es uns gelungen ist, innerhalb so kurzer Zeit ein so vielfältiges und dezentrales Angebot zu schaffen", erklärte Jugendamtschefin Bärbel Otto im Jugendhilfebeirat selbstbewusst.

Zwischen 6 und 20 Plätzen halten Einrichtungen wie der Verein zur Förderung und Integration junger Menschen, Dr. Loew soziale Dienstleistungen, die Katholische Jugendfürsorge oder - seit kurzem - das Kaufmännische Schulungszentrum für die jungen Menschen bereit. Teils handelt es sich um heilpädagogische Nachfolgeeinrichtungen, teils um betreutes Wohnen. Letzteres können nur Jugendliche in Anspruch nehmen, die eine Ausbildung absolvieren oder eine Schule besuchen.

Dazu kommen die Erstaufnahmeunterkunft der Stadt im Neuen Rathaus. Hier werden 10 Plätze vorgehalten. Weitere 14 Plätze unter städtischer Regie befinden sich in der ehemaligen Schlachthof-Villa, dem sogenannten "Refugium". Der Vorteil dort, so Bärbel Otto: "Es besteht eine 24-Stunden-Betreuung, so dass auch unter 14-Jährige aufgenommen werden können." Drei Fachkräfte betreuen die Jugendlichen dort - unterstützt von 5 bis 6 Ehrenamtlichen, die mit den Bewohnern am Wochenende kochen, bowlen oder irgendetwas anderes unternehmen.

Zum 1. November ist das neue Gesetz zur bundesweiten Verteilung von minderjährigen Flüchtlingen (UmF's) in Kraft getreten. Bärbel Otto rechnet deshalb damit, dass Weiden künftig für weniger Jugendliche zuständig sein wird. "Eine konkrete Quote steht aber noch nicht fest." Die sei auch schwer vorhersagbar, weil sie sich nach der Zahl der tatsächlich ankommenden UmF's richtet. Die Schätzungen wurden von 15 000 auf 10 000 nach unten korrigiert. Damit müssten in Weiden auch weniger Erstaufnahmeplätze für jugendliche Flüchtlinge bereitgehalten werden. Das neue Gesetz soll außerdem die Kostenerstattung für die Kommunen beschleunigen.

Pünktlich und fleißig

Die kleingliedrige und dezentrale Unterbringung in Weiden wertete Bärbel Otto als großen Erfolg. "Denn bei vielen Menschen auf engem Raum entstehen natürlich mehr Konflikte." Was sie ebenfalls positiv hervorhob: Schon 2 bis 3 Tage nach der Ankunft kommen die Jugendlichen in einen Deutsch-Orientierungskurs. "Sie kommen pünktlich, regelmäßig und sind fleißig mit dabei", bescheinigte Angelika Schlosser von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) den jungen Flüchtlingen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.