Albert Pöllath warnt vor Gefahren alter Garagentore
Wenn Federn fliegen

Die Gefahr lauert in der Garage. Nach rund 20 000 Schließungen quittieren die Zugfedern an Schwing- und Kipptoren gewöhnlich ihren Dienst. Dann ist ihre Lebensdauer erreicht. Das weiß Albert Pöllath aus Erfahrung: "Sie brechen, fliegen wie ein Geschoss durch die Garage."

Beim Bruch werden enorme Energien frei. Durch die Hebelkräfte müssen die Federn gut das Zehnfache des eigentlichen Torgewichts heben können. Dabei wiegen breite Tore bis zu einige Zentner - vor allem dann, wenn sie mit Holz beplankt sind. Die unscheinbaren Federn stemmen Tonnen, vor allem auch dann, wenn die Profilhölzer der Tore - wie jetzt im Spätherbst - "Wasser ziehen".

Tor lahm gelegt

Ohne zunächst größeren Schaden anzurichten, "verabschiedete" sich auch in der Garage der Familie Forster eine der vier Federn, die das über fünf Meter breite Tor öffnen. Den Bruch selbst bemerkte der Hauseigentümer zunächst nicht. "Wir haben was in der Garage gehört. Dann ließ sich das Tor nicht mehr öffnen." Der Zugang blieb hartnäckig verwehrt: Der durchaus leistungsstarke elektrische Torantrieb mühte sich vergebens und schaltete ab.

Gut, dass Forster über eine Nebentür in die Garage gelangen konnte. Erst nach längerer Ursachenforschung entdeckte er, dass eine der langen Federn am Tor gebrochen war. Nur den unteren Teil hielt noch die Verankerung im Hebelwerk. Der obere Rest flog drei Meter weit, landete vor dem Rasenmäher. "Wir hatten Glück, dass kein Auto und keine Person in der Garage standen. "

Gefährliche Zeiten

Zwei bis drei dieser Fälle täglich registriert Pöllath derzeit. Darum meldet er sich zu Wort. Und er rät von laienhaften Reparaturversuchen ab. Mit seinem Bruder, Dipl.-Ing. Josef Pöllath, leitet der Diplom-Kaufmann die Firma Josef Pöllath GmbH & Co KG in Erbendorf. "Viel zu viel kann passieren. Die alten Feden sind tückisch. Sie entwickeln ungeahnte Kräfte." Er weiß von schweren Verletzungen bis hin zu Knochenbrüchen und einer Querschnittslähmung bei einer "Nachbarschaftshilfe" im Steinwald.

Selbst für seinen Fachbetrieb, der sich mit seinen heute 56 Mitarbeitern seit über 60 Jahren mit Toren beschäftigt, ist keine Reparatur mit vertretbarem Aufwand möglich. Bricht eine Feder, muss man damit rechnen, dass auch die anderen verschlissen sind, ebenso wie die Bolzen und Achsen nach jahrelangem Gebrauch (und Rost). Gleichwertiger Ersatz für die in den verschiedensten Varianten gebauten Federn ist 30 oder 40 Jahre nach dem Garagenbau kaum mehr zu bekommen. Außerdem sind Einzelfedern technisch nicht mehr zulässig.

Moderne Federpakete, die auf dem Markt angeboten werden und gegen Bruch gesichert sind, "passen sowieso nie". Deshalb müsse auch noch das Hebelwerk am Tor umgebaut werden. "Das ist ein riesiger Aufwand. Und dann hat man immer noch ein altes Tor. "

Die Alternative sei in solchen Fällen daher nur der Einbau eines neuen Tores. Auch die Familie Forster lässt sich schon mal ein Angebot machen. "Wenn das wieder 40 Jahre hält, ist alles wieder gut. Wir wollen kein Risiko eingehen."
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