Albert Rupprecht gegen höhere Studierenden-Quote
Abkehr vom Mehr

Die Koalition sei in der Bildungspolitik auf einem guten Weg - das versicherten sich gegenseitig MdB Albert Rupprecht (links) und Marcel Escher (rechts) vom unionsnahen Studentenverband RCDS. Mit dabei die JU-Vertreter Maria Sponsel und Christian Doleschal. Bild: Götz
Richtungswechsel in der Bildungspolitik? Lange Zeit bemühte sich Deutschland, die Zahl der Akademiker zu erhöhen, durchaus mit Erfolg: Inzwischen liegt die Studierenden-Quote eines Jahrgangs bei rund 50 Prozent. Und das Wachstum ebbt nicht ab. Die Kultusministerkonferenz rechne sogar mit einem Anstieg auf zwei Drittel in den nächsten sechs Jahren, berichtet Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht (CSU). Wobei das für den bildungs- und forschungspolitischen Sprecher der Unionsfraktion keine Jubelmeldung wäre. Im Gegenteil: "Das wäre zu viel", sagt er. Die aktuelle Quote sei ein Erfolg, "aber ein Mehr wäre ungesund".

Handwerker gebraucht

Rupprecht begründet das bei einem Pressegespräch in Weiden mit einem Blick über die Hochschulen hinaus. Es brauche eben auch Handwerker, Fachkräfte. Umgekehrt sei die Zahl der Akademiker-Arbeitsplätze nunmal nicht unendlich. Es könne nicht sein, dass beispielsweise ein 30-jähriger Architekt nur eine Anstellung als Bauzeichner finde. Rupprecht dürfte mit dieser Position nicht nur Applaus ernten, auch Christsoziale äußerten sich zu den steigenden Zahlen bislang eher unkritisch oder positiv.

Einwände, zumindest von der OTH Amberg-Weiden, wird er auch mit einer anderen Position bekommen. Von einem Promotionsrecht für Fachhochschulen "halte ich nichts", erläutert er. "Nicht jeder muss alles machen." Unterstützung bekommt er dabei von Marcel Escher. Auch er sei gegen "eine Verwischung der Hochschullandschaft", erklärt der Landesvorsitzende des unionsnahen Studentenverbandes RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten).

Einigkeit und viel Lob für die eigenen Leistungen demonstrieren Escher und Rupprecht auch sonst im Pressegespräch. Lob, weil die Regierung gerade ja "zwei Megaprojekte" in die Wege geleitet habe. Zunächst die Novelle des BAföG mit dem größten Umfang jemals, wovon Studenten laut Rupprecht teils "enorm" profitieren werden. Gleichzeitig übernehme der Bund die BAföG-Kosten künftig in Gänze. Für die Länder würden so pro Jahr 1,17 Milliarden Euro frei. Geld, das zumindest in Bayern auch zu 90 Prozent wieder in die Hochschulen fließen werde. Das solle nicht zuletzt dem wissenschaftlichen Nachwuchs zugute kommen, der sich häufig von einem befristeten Vertrag zum nächsten hangeln müsse. "Wir müssen in die besten Köpfe investieren", bekräftigt auch Escher.

Weg an die Weltspitze

Als zweiten großen Wurf bezeichnet Rupprecht das geplante Aus für das Kooperationsverbot für Hochschulen. Der Bund soll dadurch auch dauerhaft bestimmte Vorhaben an Hochschulen fördern können. Gleichzeitig werde die Zusammenarbeit zwischen diesen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen leichter. Laut Rupprecht vereinfacht das den deutschen Hochschulen den Weg an die Weltspitze.

Ebenfalls am Pressegespräch teilgenommen haben JU-Bezirksvorsitzender Christian Doleschal, Weidens JU-Chef Michael Bihler und Maria Sponsel, Vorsitzende der JU Hammerweg.
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