Albert Rupprecht gegen Stellenverlagerungen bei Telekom
"Glatte Fehlentscheidung"

Von 21 bayerischen Standorten für den Innendienst des Technischen Services der Telekom sollen nur noch 5 bleiben. Dagegen wehren sich gemeinsam die CSU-Politiker Wolfgang Pausch (links) und Albert Rupprecht (rechts) sowie die Verdi-Vertreter Josef Schaumberger (Zweiter von links), Petra Suttner und Immanuel Sammer. Bild: Steinbacher
Albert Rupprecht redet sich in Rage. "Glatte Fehlentscheidung", schimpft der CSU-Bundestagsabgeordnete. "Vollkommen unverständlich und nicht zu akzeptieren." Was ihm so gegen den Strich geht, sind Pläne der Telekom, die den Innendienst ihres Technischen Services (TS) auf wenige zentrale Standorte konzentrieren und dafür Teile des TS aus Weiden verlagern will. Betroffen wären 41 Mitarbeiter.

Nach derzeitigem Stand sollen sie ab dem Jahr 2019 Stellen beim Innendienst Regensburg angeboten bekommen. Das sieht ein Eckpunktepapier vor, über das die Sozialpartner momentan verhandeln, wie Josef Schaumberger berichtet. Er und weitere Vertreter der Gewerkschaft Verdi haben sich am Montag mit Rupprecht getroffen, um sich politische Unterstützung für ihre Anliegen zu holen, nachdem auch schon SPD-MdB Uli Grötsch Widerstand angekündigt hatte. Auch für ihre Kollegen sei es "nicht der Wunsch, nach Regensburg zu gehen". Immerhin hätten die Verhandlungen aber auch schon ein paar Härten abgewendet.

Neue Chancen?

So hätten nach den ursprünglichen Telekom-Plänen nur 3 von ehemals über 20 TS-Standorten in Bayern erhalten bleiben sollen - jetzt seien es immerhin 5. Außerdem gehe es in den weiteren Verhandlungen nun auch um sozialverträgliche Regelungen insbesondere für ältere Mitarbeiter. Ebenso begrüßenswert sei, dass inzwischen ein Übergangszeitraum von vier Jahren stehe. Damit hätten manche Betroffene auch die Chance, sich am Standort Weiden neue Stellen zu suchen.

Rupprecht jedoch will sich selbst damit kategorisch nicht abfinden. Konzentration von Standorten sei ja möglich, sagt er. Aber doch bitte in ländlicheren Räumen wie Weiden statt in Zentren. "1000 Gründe" sprächen dafür. Hier gebe es Mitarbeiter, die einem Unternehmen noch dazu treu seien und "herausragende Ergebnisse" lieferten. Zudem erinnert er an die staatliche Förderung für Breitbandausbau auf dem Land in Bayern. Da habe die Telekom ja auch enorm profitiert. Und nun beschließe sie etwas, das dem bayerischen Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, zuwiderlaufe. Er werde sich deshalb an die Konzernspitze, aber auch ans Bundesverkehrsministerium wenden. Dass so ein Widerstand gegen fragliche Personalentscheidungen bei der Telekom etwas bewirken könne, habe ja schon der Widerstand von ihm und dem damaligen SPD-MdB Ludwig Stiegler gegen Schließungen beim Call-Center in Weiden gezeigt. Es gebe also Hoffnung: "Zumindest in der Vergangenheit waren wir damit erfolgreich."
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