Alle an einer Tafel
Angemerkt

Tomaten, Ananas, edler italienischer Schinken und vor allem auch eine mächtige Portion Ärger: Das sind die Zutaten, mit denen es die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel derzeit bei der Lebensmittelausgabe zu tun haben. Der Grund: Unter den Bedürftigen entbrennt immer mehr ein Verteilungskampf. Die Fronten: Flüchtlinge gegen Hartz-IV-Empfänger. Das Kuriose daran: Den Kampf bei der Tafel braucht es nicht.

Denn anders als in vielen anderen Städten in Bayern gibt es in Weiden genug Firmen, die ihre überschüssigen Lebensmittel spendieren. Und warum stehen Flüchtlinge, die während eines laufenden Verfahrens Geld zur Versorgung erhalten, bei der Tafel an? Weil sie mit den wenigen Euros genauso nah an der Existenzgrundlage leben müssen wie Sozialhilfeempfänger, Rentner mit Grundsicherung und andere Berechtigte.

Kämpfen müssen eigentlich die Tafel-Mitarbeiter. Um mehr Toleranz im Laden, um mehr Ehrenamtliche, um größere Räume bei der Stadt, um einen weiteren Lieferwagen bei Sponsoren. Es gibt 100 000 Baustellen - und keinen Plan. Aber eine Vision: Am Ende sollen alle an einer Tafel sitzen. Genug zu essen wäre ja da.



Im Blickpunkt Berufsschule: Keine Kapazitäten mehr

Weiden. (sbü) 100 junge Asylbewerber, aufgeteilt in fünf Klassen, besuchen derzeit die Europa-Berufsschule. Hinzu kommen zwei Klassen an der Berufsschule in Neustadt/WN. Dabei ist der Bedarf womöglich viel größer. Bis zu 300 berufsschulpflichtige Asylbewerber leben im Einzugsbereich, schätzt der Weidener Schulleiter Josef Weilhammer. Weitere werden in der Stockerhut aber wohl nicht unterkommen.

"Unsere Kapazitäten sind erschöpft", erklärte jedenfalls der Schulleiter bei einem Besuch von MdB Albert Rupprecht am Montag. Weilhammer empfahl deshalb ihre Verteilung auf die verschiedenen allgemeinbildenden Schulen. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer Mittwochsausgabe .

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