Alle Welt trinkt gerne Tee

Zehn Jahre Samowargruppe: ein guter Grund für eine Feier. Die russischen Folkloregruppen Malinka und Kalinka sorgten für den richtigen Rahmen. Bild: Dobmeier

Samowar heißt Selbst- oder Wasserkocher. In Weiden nennt sich außerdem ein Treff in der Volkhochschule so. In den letzten zehn Jahren tranken deutsche und russischstämmige Mitbürger nicht nur tausende Liter grünen und schwarzen Tee. Sie diskutierten und hörten Vorträge. Es wurde getanzt, getrommelt, gesungen und gelacht.

Weiden. (rdo) Zum runden Jubiläum begrüßte Sprecherin und Mitbegründerin Anastasia Poscharsky-Ziegler die Wegbegleiter wie Marina Jourovetskaja (Sozialarbeiterin bei der Jüdischen Gemeinde Weiden), die von Anfang an dabei war, Freunde und die Stadträte Veit Wagner, Dr. Sema Tasali-Stoll und Hans-Jürgen Gmeiner. Sie nannte Sprache als Mittel zum Zweck - aber wichtiger seien die entstandenen Freundschaften.

Besonders dankte Anastasia Poscharsky-Ziegler den "Paten" Harald Krämer und Gisela Bongart von der VHS, Rosa Seifert vom Verein "Neue Zeiten", Waltraud Koller-Girke und Vorsitzenden Leonid Shaulov von der Jüdischen Gemeinde.

Themen der Runden waren die Stadt- und Tagespolitik und Alltagsfragen zum Leben in Weiden, Tipps zu Kultur und zur sinnvollen Freizeitgestaltung sowie der Besuch von Künstlern und Musikern. Um Schwellenängste zu überwinden, gab es Exkursionen zu Ausstellungen. Am Samowar wurden überraschende Kontakte geknüpft: mit Austauschschülern, Menschen aus aller Welt, Christen, Juden und Muslimen. 2013 bereicherte "Arbeit und Leben" das Samowar-Treffen mit Frauen aus Afrika und Südamerika, die vor Lebensfreude nur so sprühten.

Rosa Seifert erinnerte an die Gründung vor zehn Jahren und erkannte, dass sich Weiden schon immer offen für Zuwanderung zeigte. Harald Krämer sah den Samowar als sympathischen Werbeträger der VHS in Bezug auf die Integrationsarbeit im Haus. Mit dem Auftritt der jungen Himbeergruppe "Malinka" und der Folkloregruppe "Kalinka" mit deutschem und russischem Liedgut stieg die Stimmung. Die Samowargruppe möchte auch künftig jeden zweiten Mittwoch im "VHS-Treff" Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Sprache und Religion bei einer Tasse Tee pflegen.
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