Aller guten Dinge sind vier

Lange stand die vierte Stelle für den Stadtjugendring im Feuer. Jetzt ist sie durch. Mit einer Einschränkung: Als vierte Fachkraft wird ein Erzieher gesucht, kein Sozialpädagoge. Der Jugendhilfebeirat stimmte diesem Beschluss jetzt zu.

Weiden. (ps) Etwas unglücklich war Stadträtin Stefanie Sperrer (CSU) in der Sitzung am Donnerstag trotzdem. Nicht, weil die vierte Stelle bewilligt wurde. Im Gegenteil. Das begrüßte sie. Was sie bedauerte, war, dass der Finanzausschuss durch seine Sitzung am Mittwoch bereits in drei Tagesordnungspunkten für den Beirat für Jugendhilfe und soziale Fragen Fakten geschaffen hatte, die nun eigentlich nur noch zur Kenntnis genommen werden konnten. Sperrer regte deshalb - wie schon 2014 - an, die Sitzungen des Beirats von drei auf vier pro Jahr zu erhöhen.

Eine Anregung, die an OB Kurt Seggewiß weitergeleitet werden soll. Bürgermeister Lothar Höher wies als Sitzungsleiter aber auch darauf hin, dass die Etatberatungen heuer überraschend vorgezogen worden seien. Beim Sitzungsplan für den Jugendhilfebeirat habe dies deshalb nicht berücksichtigt werden können.

Vorgestellt hatte das neue Gesamtkonzept, mit dem die vierte Stelle begründet wird, SJR-Vorsitzender Tobias Reichelt. Er hob hervor, dass das JuZ-Team in Zukunft die Integrationsarbeit mit jungen Flüchtlingen und Migranten weiter verstärken will und immer öfter in der Kurzintervention bei Lebenskrisen gefordert sei.

Am Rande der Kapazität

Die derzeit zwei hauptamtlichen Sozialpädagoginnen seien bei den Öffnungszeiten am Rande der Kapazität angekommen (der NT berichtete). Eigentlich würde der Jugendring für sein neu überarbeitetes Konzept sogar 4,6 Kräfte benötigen, sagte Tobias Reichelt. Aber: "Wir kennen die Finanzknappheit der Stadt." Deshalb wolle man sich mit vier Hauptamtlichen zufrieden geben. Eventuell könnte man ja anstelle eines Sozialpädagogen oder einer Sozialpädagogin auch einen Erzieher oder eine Erzieherin einstellen, so Stefanie Sperrer. "Das ist finanziell günstiger und ergibt zugleich ein breiteres Personalspektrum."

Ein Vorschlag, der bei Tanja Koller alles andere als Begeisterung auslöste. "Meine Bitte an die Stadt: Wenn die Person die gleiche Arbeit macht, dann sollte man es auch bei einer Sozialpädagogenstelle belassen. Ein Rückschritt wäre schade." Die Aufgabenverteilung lasse durchaus den Einsatz verschiedener Fachkräfte zu, meinte dagegen Stadtrat Josef Gebhardt (SPD). Er vertrat die Auffassung: Der Finanzausschuss habe mit der Reduktion der Personalkosten von 252 000 auf 240 000 Euro bereits "den Deckel zugemacht".

Dass mit der Einstellung eines Erziehers nun doch eine vierte Fachkraft möglich sei, zeige die Wertschätzung der SJR-Arbeit. Mit dieser Lösung könne sich auch die Bürgerliste anfreunden, erklärte Stadtrat Reinhold Wildenauer. Stadtrat Florian Graf (SPD), der sich als SJR-Sozialpädagoge momentan in Elternzeit befindet, enthielt sich bei der Abstimmung der Stimme.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.