Allergene auf dem Speiseplan

Über die Kennzeichnungspflicht klärten im Neuen Rathaus Lebensmittelkontrolleur Christian Spiegler, Dr. Simone Eckert und Christina Ruhland (von links) auf. Bild: Bühner

Nicht alle sind begeistert. Kantinen und Kitas müssen ab sofort auf ihrem Speiseplan kennzeichnen, welche Allergene im jeweiligen Gericht enthalten sind. Hilfreich für Allergiker zwar - aber eine Belastung für die Köche.

(sbü) Allergien sind weit verbreitet. Sie können Krankheiten auslösen. Um dies zu verhindern, muss der Allergiker die für ihn gefährlichen Stoffe kennen und wissen, in welchen Nahrungsmitteln sie enthalten sind. 14 sogenannte Allergene hat das Bundes-Ernährungsministerium definiert: Milch und Milchprodukte, Fisch, Eier, Sellerie, Schalenfrüchte, Erdnüsse, Schwefeldioxyd und Sulfite, Soja, Senf, Sesam, Krebstiere, Weichtiere und Lupinen. Sind diese Stoffe in den Mahlzeiten einer Kantine oder Kita enthalten, muss der Essensgast darüber informiert werden.

Welche Vorkehrungen dafür erforderlich sind, das war Thema einer Informationsveranstaltung im Neuen Rathaus. Dr. Simone Eckert und Christina Ruhland vom Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regensburg gaben praktische Tipps und Empfehlungen. Besonderes Augenmerk müsse vor allem der Zutatenliste eines verkauften Lebensmittels oder der ausgereichten Mahlzeit geschenkt werden. Dort können die Allergene identifiziert werden.

Für alle Speisen sollten Rezepturen angelegt werden: als Grundlage für die Zutaten und als Nachweispflicht gegenüber der Kontrollbehörde. Bei den Lieferanten sollte auch nachgefragt werden, welche Allergene die Produkte enthalten. Die Expertinnen des Fachzentrums empfahlen, Allergene "gut sichtbar, deutlich und gut lesbar auf dem Speiseplan oder einem Rezeptordner, einsehbar bei der Essensausgabe" zu kennzeichnen. Falls ein Rezeptordner verwendet würde, sollte auf dem Speiseplan darauf hingewiesen werden. Die Kennzeichnungspflicht entfalle, wenn der allergene Stoff schon aus dem Produktnamen ("Erdnusspudding") hervorgehe. Falsch-Kennzeichnung sei eine Ordnungswidrigkeit.

Dass die Kantinen- und Kita-Vertreter erhebliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Verordnung haben, ging aus ihren Fragen hervor. Wechselnde Lieferanten, Krankheits- und Urlaubsvertretungen sowie Variationen im Speiseplan erschwerten die Einhaltung der Auflagen. Generell müsse der "Kommunikationsfluss zwischen Schule/Kita oder Mensa sichergestellt und eindeutig geregelt werden". Eltern von Kindern mit Allergien sollten die Kita oder die Schule darüber informieren. Alles gelte nur für gewerblich betriebene Einrichtungen: "Der Kuchen auf dem Vereinsfest ist nicht erfasst."
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