Alles, nur kein Verein

Die Caritas probiert etwas Neues. Sie lädt zum Gruppentreff "Jump into Life". Das Besondere: Die jungen Leute sollen ihr Programm selbst bestimmen. Natürlich wird alles auch professionell begleitet. Mit einer "Kick-off-Veranstaltung" geht es los. Nur dafür gibt es schon ein Programm. Ansonsten passiert das, was die Gruppe beschließt.

(sbü) Ab sofort gibt es in Weiden eine Form von Lebenshilfe für junge Menschen. Die Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit möchte junge Frauen und Männer zwischen 17 und 30 Jahren ansprechen, "denen manchmal der Mut, die Idee oder einfach der Schwung zu eigener Aktivität fehlt".

"Jump into Life" nennt sich das neue Programmangebot. Diplom-Psychologe Dr. Stefan Gerhardinger stellte es jetzt mit den Beraterinnen des sozialpsychiatrischen Dienstes im Detail vor. "Wir wollen junge Menschen ansprechen, miteinander Spaß zu haben, sich selbst auszuprobieren und die persönlichen Kompetenzen sowie das Selbstbewusstsein zu erweitern."

Geplant sind zunächst regelmäßige Gruppentreffen an jedem letzten Freitag im Monat um 16.30 Uhr im Gruppenraum der Beratungsstelle in der Bismarckstraße 21 in Weiden. Auftaktveranstaltung ist am Freitag 28. August, 16.30 Uhr. Erste Anmeldungen liegen schon vor.

Ins Gespräch kommen

Für den Auftakt hat sich Gruppenleiterin Claudia Knöbl schon ein Programm einfallen lassen. "Wir stellen gemeinsam ein Smoothie her. Dabei wollen wir die Projektidee vorstellen und darüber ins Gespräch kommen, was es braucht, um das eigene Leben aktiv und lebenswert zu gestalten", erläutert die Studentin der Psychologie und ehrenamtliche Mitarbeiterin der Beratungsstelle. Alle weiteren Aktivitäten sollen dann gemeinsam geplant werden. Das könnten gemeinsame Ausflüge und Touren bis hin zu Fitnessaktivitäten sein.

Die aktive Beteiligung daran ist ausdrücklich erwünscht, wünschen sich die Initiatoren des Projekts. "Das niedrigschwellige Angebot im freizeitpädagogischen Bereich ersetzt nicht eine Therapie", stellt Dr. Gerhardinger klar. Gruppendynamik soll genutzt werden, um jungen Menschen dabei zu helfen, "gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln". Und dann verrät der Beratungsstellen-Leiter noch etwas Grundsätzliches: "Es geht darum, nicht an einer eventuellen Krankheit anzusetzen, sondern am aktiven Leben." Vielleicht entwickeln manche auch ein neues Hobby, mutmaßt Dr. Gerhardinger. Auf jeden Fall gehe es um die persönliche Weiterentwicklung.

Druck kompensieren

Keinesfalls wollen die Initiatoren des Projekts einen Vereinscharakter entstehen lassen. Viele wissenschaftliche Studien belegen, dass psychische Erkrankungen bei jungen Menschen im Vormarsch sind. Offenbar können viele junge Menschen den steigenden Druck und Stress im Beruf und im Privatleben nicht mehr kompensieren, sagen die Fachleute. "Wir wollen deshalb sehr früh ansetzen, um solche Entwicklungen zu verhindern", betont Dr. Gerhardinger.

Anmeldungen für die Auftaktveranstaltung können unter der Telefonnummer 0961/389050 erfolgen.
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