Alltag mit Gitarre

Die Schüler des Integrationskurses an der VHS freuen sich über ihre bestandene Prüfung. Von rechts: Paco, der zur Übergabe Gitarre spielt, Sandy Anton (Projektleitung), Martina Knorr (Projektassistenz) und Lehrer Rudolf Cerny. Bild: Steinbacher

Syrien, das war einmal. Jetzt mussten Paco und andere Schüler einen neuen Alltag lernen: den in Deutschland. Eine Gitarre aber hat er immer dabei.

"Mohammed Saleh Al Khudairi" will er nicht genannt werden. Sein Name ist Paco. Alle nennen ihn Paco, auch die Leute aus dem Deutschkurs. Der geht jetzt zu Ende.

Zusammen mit zwanzig anderen Schülern erhält Paco das Zertifikat für eine erfolgreich abgeschlossene Prüfung. Alle sind stolz auf ihre Leistung. Vier Monate lang ging es in der VHS um den Alltag in Deutschland: Lehrer Rudolf Cerny vermittelte die Arbeit, Einkaufen, medizinische Versorgung oder Mediennutzung in Deutschland.

Am Anfang waren es noch 35 Teilnehmer. Dazwischen gab es immer wieder Wechsel - Abschiebungen und Umverteilung sind ein großes Thema für diese Kurse. Manche der Schüler wurden auch krank oder gaben auf. Wieder andere kamen neu dazu, wie Paco.

Der Mann aus Damaskus hat seine Gitarre mit in die Volkshochschule gebracht. Er ist professioneller Musiker. Vor seiner Flucht hat er vier Jahre lang in Syrien Musik studiert. Jetzt wird er zur Urkundenvergabe für seine Mitschüler Gitarre spielen: Einen Flamenco (Taranta), etwas Klassisches (Alhambra) und ein Stück von den Gypsy Kings, zu dem er singen wird.

An arabische Musik hat Paco bei der Auswahl gar nicht gedacht. Warum auch? Er ist raus, aus Syrien. Jetzt kann er spielen, was er will.
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