Alte Häuser in jungen Händen

Noch bis zum Jahresende wird Margareta Blatt ihr "Bräustüberl" in der Bürgermeister-Prechtl-Straße 22 weiterbetreiben. Als neuer Eigentümer des Anwesens wollen die Rippls auch darüber hinaus an der gastronomischen Nutzung festhalten. Bilder: Götz (2)
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
09.04.2015
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Für ihre Gäste ändert sich nichts. Bis über die Jahreswende hinaus bleibt Margareta Blatt die Chefin in ihrem "Bräustüberl". Doch sie hat wichtige Weichen gestellt, das "Bräustüberl" mit dem benachbarten "Kaiser-Eck" (früher "Kemnater Eck") in der vergangenen Woche verkauft.

Selbst nach dem 1. Februar 2016, wenn die neuen Eigentümer das Anwesen auf 340 Quadratmeter Grund übernehmen, bleibt die gastronomische Nutzung. "Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern. Und bis dahin ist ja auch wieder die Allee-Tiefgarage geöffnet. Die Lage ist super", betont Harald Rippl.

Rippls als Geschäftspartner

Für den smarten, überaus erfolgreichen Unternehmer, Investor und Altstadtliebhaber bedeutet der Erwerb des historischen Gebäudes auch eine wichtige, private Neuerung: Er kauft nämlich nicht allein, sondern mit Stefanie Rippl. Die 30-jährige Architektin mit eigenem Büro in Nürnberg hat Weidener Wurzeln. Im Sommer, Anfang Juli, wird geheiratet.

"Eingeheiratet" hatte einst Margareta Blatt (60) ins "Bräustüberl", als sie Manfred Blatt ehelichte. Nach mehr als drei Jahrzehnten in Küche und Gaststube hat die Gastronomin keinen Nachfolger aus der Familie. Sie suchte: Die Familien Blatt und Rippl kennen und schätzen sich seit Jahrzehnten.

Harald Rippl bestätigt zudem den Kauf eines weiteren Altstadthauses. Kurz vor der Jahreswende erwarb er aus dem Besitz der Familie Hastaedt das "Stadthaus", Unterer Markt 16. Als "Rosis Altstadtladl" hatten die Gewerbeflächen des Gebäudes fast zwei Jahrzehnte zum Weidener Geschäftsleben gezählt.

Die einstige "Evangelische Stadtschreiberei", die Rosi und Erich Gruhle Ende der 1980er Jahre aufwendig sanierten, wird einem amerikanischen Ehepaar ausschließlich als "großzügiges Wohnhaus in der Stadt" dienen. Den beiden Mietern stehen dabei rund 260 Quadratmeter Wohnfläche sowie ein Innenhof zur Verfügung.

In den Urkunden und Steuerbüchern lässt sich die überaus bewegte Geschichte des Hauses bis ins Jahr 1530 zurückverfolgen. Der erste bekannte Besitzer war Bäckermeister Jörg Meroldt. Es folgten viele Höhen und Tiefen. Von 1663 bis Ende 1808, als alle öffentlichen Ämter in der Stadt Weiden doppelt besetzt waren, diente das Anwesen als "Evangelisches Syndikatshaus".
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