Alter Hase in neuem Revier

Mit Josef Götz (Dritter von rechts) begrüßte die Jagdgenossenschaft Frauenricht mit Vorsteher Matthias Gollwitzer (Zweiter von rechts) einen erfahrenen Jäger neu im Revier. Mit im Bild als Vertreter der Jagdbehörde: Reinhold Gailer (Zweiter von links) sowie Jagdberater Herbert Burger (Vierter von rechts). Bild: Dobmeier

Ein Verbissgutachten sorgt für etwas Irritation bei der Jagdgenossenschaft Frauenricht. Ein Neuer sorgt dagegen für gute Laune, weil ihm sicher keiner das Handwerk mehr beibringen muss.

Bei der Jagdgenossenschaft Frauenricht geht zukünftig mit Waidmann Josef Götz ein alter Hase mit auf die Pirsch. Die Pächter Peter Baldauf und Dieter Kneidl stellten ihn in der Jahreshauptversammlung "Beim Durber" vor. Götz war 40 Jahre bei der Pächterfamilie Dagner am Fischerberg tätig. Nachdem die Familie die Pacht nicht mehr verlängert hatte, schloss sich Götz nun den Frauernrichter Jagdgenossen an.

Vom Besuch der Hegeschau in Mantel und der Hegeringversammlung in Kohlberg berichtete Jagdvorsteher Matthias Gollwitzer. Etwas Unverständnis zeigte er wegen der Erstellung des Verbissgutachtens, das drei Mal an gleicher Stelle erfolgt war: An einer unberührten Waldlichtung mit wiederholten Wildschäden. Er plädierte für eine Rasterverschiebung, da hohe Forderungen bezüglich der Abschusszahlen daraus resultieren: Diese aber seien seiner Meinung nach nicht ganz gerechtfertigt, da die Waldverjüngung andernorts im Revier normal einsetze.

Mitpächter Kneidl erwähnte den großen Freizeitdruck durch Hunde, Reiter und Radfahrer im Revier, der die Jagd nicht gerade erleichtere. Es wurden 15 Stück Rotwild geschossen. Dem Straßenverkehr zum Opfer fielen zwei Rehe, vier Kitze, vier Füchse, ein Dachs sowie ein Steinmarder. Der geforderte Abschuss sei fast erreicht worden, sagte Kneidl.

"Roten Bereich" achten

Auf den "roten Bereich" im angrenzenden Revier Kohlberg wies Jagdberater Herbert Burger hin. Reinhold Gailer von der Unteren Naturschutzbehörde erläuterte die Vorgehensweise und rechtliche Situation bei Wildschäden. Nicht jeder kleinste Verbiss sei ersatzpflichtig. Ein Wildschaden an landwirtschaftlichen Grundstücken sei innerhalb einer Woche nach Kenntnis bei der zuständigen Gemeindebehörde zu melden. Bei Schäden an forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken genüge es, diese zweimal im Jahr, jeweils bis zum 1. Mai oder 1. Oktober, zu melden. Wildschweine seien derzeit im Frauenrichter Revier kein Problem.

Die Versammlung beschloss die Auszahlung des Jagdschillings an die Ortschaften Latsch, Frauenricht und Halmesricht. Außerdem erhalten die Landfrauen eine Zuwendung.
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