Amberger kauft Lang-Villa

Die Lang-Villa in der Bahnhofsstraße hat einen Liebhaber gefunden. Die Kreativ Wohnbau GmbH erwarb das gesamte Anwesen, zu dem über 3000 Quadratmeter Grund in guter Lage gehören. Bild: Steinbacher
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
21.07.2015
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Fast alle Interessenten strichen die Segel. Sie wollten zwar das Grundstück in der Bahnhofstraße. Aber sie klammerten die Lang-Villa aus. Denn diese fand sich ab August 2014 überraschend unter Denkmalschutz. Doch nun wendet sich alles zum Guten. Das Anwesen ist verkauft.

"Der Erwerber hat die richtigen Ideen, die sich auch mit meinen Interessen decken", bestätigte Hans-Peter Lang, Sohn des langjährigen bayerischen Staatsministers Gustl Lang und dessen Frau Lisl Lang-Haberstumpf. Nicht nur die Villa, sondern auch das 3077 Quadratmeter große Grundstück in guter Geschäftslage sowie ein Bürotrakt im rückwärtigen Teil des Areals sind seit wenigen Tagen an die Kreativ Wohnbau GmbH, Amberg, per Notariatsvertrag übertragen.

Die rund 360 Quadratmeter Nutzfläche im Rückgebäude hat bis vor einem Jahr der Verband Wohneigentum (Siedlerbund) genutzt. "Es ist ein schönes Haus, mit Parkett und Stuck, aber ohne Zentral- Heizung und auch ohne isoliertes Dach", beschrieb Hans-Peter Lang gegenüber dem NT das Haus, das er von seiner im Sommer 2013 verstorbenen Mutter Lisl Lang-Haberstumpf geerbt hat. Wie seine Mutter ist er in diesem Haus aufgewachsen. Die Aufnahme als Baudenkmal in die Denkmalschutzliste der Stadt sei jetzt nicht mehr Fluch, sondern Segen, betonte Hans-Peter Lang.

Bereits in Weiden aktiv

Der neue Eigentümer gibt derzeit mit einem neuen großen Wohnhaus in der Eichendorffstraße seine Visitenkarte in Weiden ab. Die Kreativ Wohnbau GmbH ist seit 20 Jahren auf dem Wohnungsmarkt aktiv und saniert derzeit historische Anwesen in Amberg und Regensburg, erläuterte Geschäftsführer Erwin Götz. Den Rest des Jahres wolle er für die Planungen (Bebauungsplan usw.) nutzen. Im nächsten Jahr sollen dann die Bauarbeiten beginnen, um auf dem Areal eine hochwertige Nutzung realisieren zu können.

Die Lang-Villa werde renoviert und soll mit Praxen bzw. Büros belegt werden. In der Tiefe des Grundstücks plant Götz einen Geschosswohnungsbau mit Tiefgarage und Penthäusern sowie "durchaus auch größeren, seniorengerechten Wohnungen". Gemeinsam mit der Lang-Villa soll sich eine geschützte Innenhof-Situation ergeben.

Die 1866 errichtete Lang-Villa ist eines der wenigen Gebäude, das noch im Originalzustand der Erstbebauung an der Bahnhofstraße erhalten ist. Deshalb nahm sie das Landesamt für Denkmalpflege in die Denkmalliste auf. 1910 erwarb sie Heinrich Günther, der Urgroßvater von Hans-Peter Lang. "Es fällt uns schwer, das Haus aufzugeben. Aber ich kann kein Museum unterhalten. Ich muss mich um den Familienbesitz in Pleystein kümmern", wirbt Lang um Verständnis für den Verkauf.

Sein Wunsch, dass ein Interessent das Gesamtpaket erwirbt, sei erfüllt worden. "Die Villa und das große Grundstück bleiben beieinander."
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