Amseln auf dem Feger sind nicht zu drosseln

Eine Baugenehmigung hatten die Amseln nicht, als sie ihr Nest auf dem Besen vor der Gartenlaube der Familie Müller platzierten. Ein Räumkommando haben sie trotzdem nicht zu erwarten. Obwohl die Familie doch dringend die Gartengerätschaften benötigen würde, die hinter der Tür rechts ihren Platz haben. Bild: Götz
Alte Besen kehren gut? Mag sein. Von Amseln besetzte Besen dagegen kehren gar nicht mehr, wissen Ottmar und Irmgard Müller. Vor acht Tagen machten sich fleißige Amseln in ihrem Garten am Fichtenbühl daran, ihr Nest auf einem Besen vor dem Gartenschuppen zu errichten. Mit Erfolg. Ruckzuck thronte das Bauwerk auf der "Kehrseite" des Fegers. Mittlerweile freut sich das Amselpaar auf Nachwuchs: Fünf Eier legte es ins Nest und brütet fleißig.

Familie Müller freut's. Einerseits. Andererseits hat sie ein Problem: "Wir kommen nicht mehr in unseren Schuppen und damit an keine Gerätschaften für den Garten. Sogar der Rasenmäher ist tabu." Die Gartenarbeit im Müllerschen Grün kommt deshalb völlig zum Erliegen. Zumindest bis die Jungvögel flügge sind. Doch das kann dauern. Bis zu 35 Tage. Erst dann sind sie meist völlig unabhängig von den Eltern - und vom Nest auf dem Besen der Müllers.
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