Amt informiert über Ausbildung zum Landwirt
Da verschwindet das Fragezeichen

Landwirt - ein Beruf mit Zukunft? Diese Frage stellte Willibald Götz, der Leiter des Amberger Landwirtschaftsamtes, bei einer Informationsveranstaltung auf dem landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb Edenharter. Das Amt hatte Jugendliche mit ihren Eltern eingeladen.

Laut Götz haben von den 1631 landwirtschaftlichen Betrieben im Dienstgebiet 334 über 50 Hektar. Das sind 20,5 Prozent der Höfe, die rund 58 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche bewirtschaften. Sie können als Wachstumsbetriebe bezeichnet werden. Ihre durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei knapp 90 Hektar. Bei einem Generationsintervall von 33 Jahren braucht man pro Jahr zehn Auszubildende als Hofnachfolger. "Aber auch als Facharbeiter sind Landwirte gefragt", sagte Götz.

"Landwirt ist einer der vielseitigsten Berufe überhaupt. Es ist der Umgang mit Boden, Pflanzen und Tieren bei nicht beeinflussbaren Klimabedingungen in meist freier Natur unter den Augen der Öffentlichkeit mit Hilfe von Gebäuden, Technik und - wo notwendig und erlaubt - auch Chemie." Ein Landwirt müsse mit all dem umgehen können und eine Vielzahl rechtlicher Vorgaben einhalten.

Mit Melkroboter

Hubert Edenharter stellte seinen Betrieb vor. Er bewirtschaftet 56 Hektar landwirtschaftliche Fläche, 21 Hektar Wald und hält 70 Milchkühe mit weiblicher Nachzucht. Bisher hat er sechs Lehrlinge ausgebildet, der siebte ist schon gesichert. Der derzeitige Auszubildende Florian Trenz erzählte, warum er diesen Beruf lernt, obwohl er nicht aus der Landwirtschaft stammt. Vor allem der Melkroboter erregte bei der Betriebsbesichtigung viel Aufsehen.

Anschließend ging es im Gasthaus Reif in Ursensollen weiter. Hier zeigte Bildungsberater Hermann Bolz den Ablauf der landwirtschaftlichen Berufsausbildung auf. Sie beginnt in der Regel mit dem Berufsgrundschuljahr, also vier Tage pro Woche Unterricht und ein Tag auf einem Praxisbetrieb. Es folgen die zwei betrieblichen Ausbildungsjahre. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es bis hin zum Meister, Techniker, Agrarbetriebswirt oder zum Hochschulstudium.

Gern ins Ausland

Studiendirektor Heinrich Müller vom Berufsbildungszentrum Neustadt/WN erläuterte die Unterrichtsinhalte der Berufsschule. Vonseiten des Bauernverbandes wird in der Ausbildung sogar ein Auslandspraktikum empfohlen. Der Vorsitzende des Maschinen- und Betriebshilfsrings Amberg-Sulzbach, Ulrich Kummer, informierte über die Arbeitsmöglichkeiten bei seiner Organisation. Auch Franz Elsner, der Leiter der Agentur für Arbeit in Amberg, bewertete die landwirtschaftliche Berufsausbildung als zukunftsträchtig. Also beantwortete Willibald Götz die eingangs gestellte Frage mit einem eindeutigen Ja.
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