Angst fährt weiter mit

So ähnlich könnte die für Radfahrer umgestaltete Christian-Seltmann-Straße auf Höhe des Adolf-Kolping-Platzes aussehen: Eine vorgezogene Haltelinie ermöglicht es den Radfahrern, sich sicher in ihrer Fahrspur einzuordnen. Zuvor geleitet die Radfahrer ein Schutzstreifen - der markiert, mindestens 1,25 Meter breit und für Autos tabu ist - hinauf zum Kolping-Platz. Inwiefern die erste Entwurfsplanung des Weidener Büros der Coplan AG zum Zug kommt, wollen die Stadträte im Hauptverwaltungs- und Bauausschuss disku

Es ist der Verkehrsknotenpunkt, vor dem es die Radfahrer seit Jahren graust: der Adolf-Kolping-Platz. Nun steht die erste Entwurfsplanung für ein Radwegenetz dort. Denn der neuralgische Punkt muss entschärft werden, fordern CSU, Bürgerliste und Grüne. Nur wie und wann? Darüber entbrennt Streit im Stadtrat.

Viele Pfeile, gestrichelte und Halte-Linien, vornehmlich in der Farbe Lila gehalten, tummeln sich auf dem Stadtplan, den Bauingenieur Werner Härtl im Neuen Rathaus an die Wand projiziert. Es wird konkret in Sachen Radwegenetz rund um den Adolf-Kolping-Platz. Dank des Weidener Planungsbüros Coplan AG, das Härtl leitet. In der Stadtratssitzung stellt er auf Antrag von CSU, Grünen und Bürgerliste die ersten Planungen auf Basis des Verkehrskonzepts von Dr. Reinhold Baier aus dem Jahr 2012 vor. Sein Fazit: "Es ist möglich, das Konzept umzusetzen." Allerdings braucht es Kompromisse.

Etwa den, dass die Ampel auf Höhe des Karl-Heilmann-Blocks zuerst für Pedalritter Grün zeigt, damit die sich mit einem Fünf-Sekunden-Vorsprung gefahrlos vor dem Autoverkehr in eine der drei Spuren (links, gerade oder rechts) einordnen können, die zum Kolping-Platz führen.

Oder, dass stadtauswärts vom Kolping-Platz in die Christian-Seltmann-Straße neben einer Spur für Radler nur noch eine Fahrbahn für Autos Platz finden wird.

Oder, dass von der Peuerl- künftig nur noch eine Linksabbiegerspur in die Christian-Seltmann-Straße führt.

Zu viele Baustellen?

Kostenpunkt: 390 000 Euro - ohne Inseln verlegen oder Bordsteine versetzen zu müssen. Nur 350 000 Euro hat der Stadtrat dafür in den Haushalt eingestellt. "Früher hat man für das Geld ein Einfamilienhaus bekommen", meint Karl Bärnklau (Grüne) und plädiert trotzdem für die Investition: "Sonst haben wir das, was wir jetzt auch schon haben: nichts."

Baudezernent Hansjörg Bohm warnt davor, 2016 neben der Stadtgalerie und dem Rehmühlbach-Kanalbau mit dem Radwegenetz noch eine Baustelle aufzumachen. Stefan Rank (Bürgerliste) kann sich auch nicht wirklich begeistern: "Mit diesen Plänen strangulieren wir mutwillig die Hauptverkehrsachsen." Dennoch brauche es Schutz für den Radler. "Das gleicht einer Quadratur des Kreises", bilanziert er. Egal, meint CSU-Kollege Hans Blum: "Ich bin erst einmal froh, dass sich endlich was tut." Habe seine Fraktion doch vor Jahren den Auslöser-Antrag zum Verkehrskonzept gestellt. Trotzdem fragt Blum: Wie etwa gelangen die Radler vom sicheren Schutzstreifen in der Seltmann-Straße in die verteilenden Fahrstreifen Richtung Kolping-Platz?

Wie das Pedalritter so machen, entgegnet Härtl: eintakten, umschauen, Handzeichen geben, los. "Anders kriegen wir das an dem Punkt nicht in den Griff. Die Fahrbahn ist nunmal endlich breit."

Gebannte Gefahr sieht anders aus, grummelt's im Gremium. Laut sagt SPD-Fraktionschef Roland Richter: "Der Radfahrer muss deutlich besser gestellt sein als vorher. Nur dann macht eine Umgestaltung des Kolping-Platzes Sinn." Eine Umgestaltung, die auch das neue Einkaufszentrum berücksichtigen soll.

Ran an Detailplanung

Viele Meinungen also. Am Ende steht ein einstimmiger Beschluss: Die Maßnahmen werden für Fördermittel angemeldet, die Details im Hauptverwaltungsausschuss besprochen. Und nach den Etatberatungen am Dienstag ist gewiss: Die Mittel (350 000 Euro) stehen bereits im Vermögenshaushalt für 2016.
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