Annäherung an Rilke

Von der bildenden Kunst beeinflusst, gilt Rainer Maria Rilke als Dinglyriker und zählt zu den bedeutendsten Dichtern der literarischen Moderne. In einer Lesung widmeten sich die Schauspieler Hilmar Berndt (rechts) und Nadine Hoffmann-Förster aus Trier auf Einladung von Rainer Christoph dem bedeutenden Literaten. Bild: Dobmeier

Bekannt ist sein Name in der Kurzform. Doch eigentlich hieß er René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke. Nicht einfach ist auch sein literarisches Werk. Nadine Hoffmann-Förster und Hilmar Berndt näherten sich ihm bei einer Lesung.

Den Kontakt zu den Künstlern hatte Rainer Christoph vom "Förderverein Goldene Straße" über ein Konzert in Speinshart hergestellt, bei dem Nadine Hoffmann-Förster mitwirkte. Unter dem Titel "Das Eine und immer wieder das Eine" begrüßte er die Gäste im Maria-Seltmann-Haus. Die Spenden der Besucher kommen dem Förderverein für deutsch-tschechische Projekte zugute.

Die Schauspieler zitierten wechselweise lyrische Texte und schufen so ein reales Bild der Persönlichkeit von Rainer Maria Rilke.1875 in Prag geboren, hatte er eine schwere Kindheit und wurde von seiner Mutter in die Rolle seiner verstorbenen älteren Schwester gedrückt. So zeigen ihn Fotografien in Mädchenkleidung und mit langen Haaren. 1897 traf Rilke in München die weit gereiste Intellektuelle und Literatin Lou Andreas-Salomé und verliebte sich in sie. Er änderte seinen Vornamen von René in Rainer, weil Lou Andreas-Salomé den Namen für einen männlichen Schriftsteller angemessener fand.

Einen Aufenthalt in Paris empfand der 27-Jährige als Heimsuchung. Nach schweren Depressionen folgte er dem Rat eines Freundes, der ihm den botanischen Garten zur Entspannung empfahl. Nach mehreren Besuchen entstand das bedeutende Werk "Der "Panther", in dem er seinen Seelenzustand ausdrückte.

Höhepunkt seines Schaffens war in Italien, wo die Städte Venedig und Rom ihn literarisch prägten. Gedichte wie "Die Erblindete", "Das Karussell" und ein Zyklus zum Thema "Leben" entstanden. Auf Wunsch von Christoph streuten die Vortragenden mit "Ihr Opfer", auch eine Erzählung von herbstlichen Landstraßen Mittelböhmens ein. Traumatisiert vom Ersten Weltkrieg lebte Rilke schließlich in der Schweiz. Er schrieb die zehn Sammlungen der "Duineser Elegien". Ende 1926 starb Rilke in einem Sanatorium in Valmont bei Montreux.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.