Anpacken für Afrika

Herausfordernd, aber spaßig: Nykesa Sommer (links) und Eliza Durand sind 2 von mehr als 60 Wirtschaftsschülern, die beim "Tag für Afrika" mitarbeiteten. Die beiden hatten sich dazu die Stadtgärtnerei ausgesucht, wo sie mit Florist und Gärtner Chalid Technik Hunderte von Blumenzwiebeln von den Stängeln trennten. Bild: sbü

Die Idee ist preiswert: Schüler arbeiten einen Tag in den Betrieben der Region und spenden ihren Lohn für Bildungsprojekte in Afrika. Vergangenes Jahr gab es für die Aktion einen Bambi. Ein wenig geehrt fühlen dürfen sich dadurch auch die Weidener Wirtschaftsschüler, die schon sechs Mal mitgemacht hatten - und auch heuer wieder einiges lernten.

(sbü) Sie wekelten in Bäckereien, Kindergärten, im Einzelhandel, in Apotheken, bei Handwerkern und Steuerkanzleien: 62 Neuntklässler der Gustl-Lang-Wirtschaftsschule beteiligten sich in diesem Jahr an dem Projekt "Dein Tag für Afrika". Die Schüler suchten sich für einen Tag Jobs in verschiedensten Betrieben oder kommunalen und sozialen Einrichtungen. Arbeitsbeginn war zum Teil schon um 5 Uhr. Richtige Arbeitsverträge wurden auch geschlossen. Am Ende kamen so 2500 Euro zusammen. 100 Euro zusätzlich ergab der von Annemarie Wurzer organisierte Verkauf selbst gebackener Muffins und Kuchen.

Hilfe für Kinderfamilien

Das von den Schülern verdiente Geld geht komplett an Bildungsprojekte in Afrika, vorwiegend für Kinder und Jugendliche in Angola, Burundi, Ruanda, Sudan und Südafrika. "Wir entschieden uns in diesem Jahr, die Hälfte des Gesamtbetrags für Kinderfamilien in Ruanda zu spenden", erläuterte Oberstudienrätin Ursula Soderer. Sie hatte zusammen mit ihren Kolleginnen Ingrid Gromann und Martina Auer-Bertelshofer den Projekttag organisiert.

Kinderfamilien seien deshalb ausgewählt worden, weil dort besondere Not herrsche. Vater und Mutter sind entweder gestorben oder nicht in der Lage, sich um ihre Söhne und Töchter zu kümmern. Die älteren Kinder müssten deshalb für die jüngeren sorgen und könnten nicht zur Schule gehen. Dass mit der Spende vielen Kindern und Jugendlichen in Afrika geholfen werden könne, betonte Soderer ebenfalls: "Bereits mit 5 Euro kann ein Gemüsegarten ein Jahr lang betrieben werden." Die Organisatoren des Projekttages bedankten sich bei allen Beteiligten, besonders bei den Arbeitgebern. Viel Lob gab es obendrein deshalb, weil "neben dem sozialen Engagement auch Einblicke in den betrieblichen Alltag und fachliche Kompetenzen gewonnen werden konnten".

Arbeit, die Spaß macht

Wie viel Spaß der Arbeitseinsatz den Jugendlichen auch machte, zeigte sich zum Beispiel in der Stadtgärtnerei. Für Eliza Durand und Nykesha Sommer hatte der Arbeitstag dort um 6.30 Uhr begonnen. Eine halbe Stunde gab's Mittagspause, um 15 Uhr war Schluss, erläuterte ihr "Chef" Chalid Technik, Gärtner und Florist der Stadtgärtnerei. Beide Schülerinnen zeigten mit Stolz die von ihnen mit Tulpenzwiebeln gefüllten Schachteln. Die Zwiebeln mussten sie dabei von den verdorrten Stängeln trennen, damit sie für das kommende Jahr neu eingepflanzt werden können. "Das ist eine richtige Arbeit", versicherte der Unterweiser.

Die Wirtschaftsschule ist eine von 28 bayrischen Schulen, die sich an der Aktion beteiligten. Der Afrikatag (www.aktion-tagwerk.de) ist auch Teil des Projekts "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".
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