Arbeitsagentur Weiden und BFZ: Arbeitsvermittlung von schwerbehinderten Menschen
Behinderten eine Chance geben

Vertreter von Arbeitsagentur, den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) und dem Projekt "Wirtschaft inklusiv" warben auf dem Christkindlmarkt gemeinsam für die Einstellung schwerbehinderter Menschen. Auch Kreishandwerksmeister Karl Arnold (5.v.l.) war dabei. Bild sbü

Noch immer stoßen Arbeitsvermittler auf Vorurteile, wenn sie für schwerbehinderte Menschen einen Arbeitsplatz suchen. Doch die Praxis beweist es: Schwerbehinderte sind auf dem passenden Arbeitsplatz mindestens genauso leistungsfähig wie alle anderen. Arbeitsagentur und BFZ warben für Inklusion einmal ganz anders als sonst.

(sbü) 548 arbeitslos gemeldete schwerbehinderte Menschen zählt derzeit die Statistik der Arbeitsagentur Weiden. Zwar ist die Gesamtzahl leicht rückläufig, aber der Anteil Schwerbehinderter an allen Arbeitslosen erhöht sich kontinuierlich. Weil dies fast überall so ist, war am 3. Dezember der internationale Tag der Behinderten begangen worden. Die Arbeitsagentur Weiden machte daraus eine ganze Woche.

Althergebrachte Vorurteile

Mit einer Informationsaktion mitten im Trubel des Weidener Christkindlmarktes wurde sie jetzt abgeschlossen. Vor allem Arbeitgeber sollten angesprochen werden. "Ich treffe immer wieder auf die alten Vorbehalte", sagt Regina Ram, zuständige Arbeitsvermittlerin im Arbeitgeberservice. Vor allem, dass Schwerbehinderte häufiger krank würden oder nicht mehr gekündigt werden könnten, seien noch weit verbreitete Vorurteile.

Dabei kann Regina Ram anhand praktischer Erfahrungen längst das Gegenteil beweisen. "Gerade die Arbeitsmotivation schwerbehinderter Menschen nach einem beruflichen Neuanfang, zum Beispiel einer Umschulung, ist oft bewundernswert", sagt die Expertin. Und sie verweist auf viele finanzielle Hilfen. Arbeitgeber, die Fachkräftebedarf haben, sollten unbedingt Kontakt mit dem Arbeitgeberteam der Agentur aufnehmen, denn "immer wieder werden Umschulungs- oder Fortbildungsmaßnahmen mit schwerbehinderten Menschen beendet".

Den Beweis dafür liefert unter anderem das Berufliche Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz). Christine Hiendl, zuständige Koordinatorin im bfz Weiden, verweist auf derzeit drei Gruppenmaßnahmen unter dem Titel "betreute betriebliche Umschulung" für schwerbehinderte Menschen und Rehabilitanden. Eine davon endet im August 2015.

Sehr erfolgreich sei auch das Programm "Inklusion Aktiv plus", bei dem Vermittlungs- und Aktivierungs-Gutscheine zum Einsatz kommen. "Damit erreichen wir eine Vermittlungsquote von 70 Prozent", berichtet Christine Hiendl. Insgesamt weist die BA-Statistik für vergangenes Jahr 218 Teilnehmer von "besonderen Maßnahmen zur Teilhabe behinderter Menschen" aus.

Das Projekt "Wirtschaft inklusiv" war ebenfalls mit einem Stand vertreten. Daniela Zeiler, Beraterin dieses Projekts der Bundesarbeitsgemeinschaft ambulante berufliche Rehabilitation, beschreibt das Programm als Beratungsprojekt der Arbeitgeberseite für die Wirtschaft. "Sozial verantwortlich und wirtschaftlich zu handeln, ist kein Widerspruch", sei einer der Leitsätze.

Im Rahmen dieses Projekts gibt es unter anderem "Runde Tische, bei denen Personalverantwortliche und Führungskräfte auf Experten der Teilhabe behinderter Menschen treffen". Ein Fortbildungsangebot für Führungskräfte und Personalleiter zum Thema Inklusion steht ebenfalls zur Verfügung, ebenso wie ein Beratungskompass mit wichtigen Informationen und Kontaktadressen.
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