Auch sechs Etagen nicht zu hoch

Architekt Stefan Kunnert (Dritter von links) beantwortete die Fragen der Bauausschuss-Mitglieder. Für das Vorhaben der Immo Scha Bau überarbeitet Baudezernent Hansjörg Bohm (rechts) den Bebauungsplan. Bild: Wieder

Die "Müll-Insel" in der Brenner-Straße ist längst geräumt, ein paar Meter weiter in Richtung Naabwiesen verlegt. Der Bauausschuss stellte die Weichen für eine neue, sechsgeschossige Bebauung an der Ecke Hochstraße, die das Areal bis hinüber zur Keckstraße nutzt.

Dazu wird der aus dem Jahr 1990 stammende Bebauungsplan geändert. Er umfasst die Flächen von der Hoch- bis hinauf zur Bahnhofstraße, sieht dort gegenüber dem Bahnhofsvorplatz sogar eine um ein Geschoss höhere Bebauung vor. Die Verwaltung holte sich schon mal vorab das Einverständnis der Grundstücksbesitzer, die "herzlich gern", so Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm, den Wunsch der Stadt mittragen, das gesamte Quartier attraktiver zu gestalten. Im Bebauungsplanverfahren noch nicht festgelegt ist, wie die Keckstraße einmal ausgebaut wird. Hier fehlen teilweise noch die Gehsteige. Auch der verkehrsberuhigte Ausbau ist möglich.

26 Wohnungen

Ganz konkret ist hingegen die Planung der Immo Scha Bau Bauträgergesellschaft (Scharnagl), die Architekt Stefan Kunnert den Stadträten bei der Ortsbesichtigung vorstellte. Das Vorhaben umfasst das einstige Areal von Glas Schöninger sowie den Flachbau der Schreinerei Keller in der Keckstraße 8. Die Tiefgarage, deren Zufahrt auf Höhe der Ermweigstraße liegt, bietet Platz für über 70 Stellplätze. Nach den bisherigen Planungen nutzt eine Steuerkanzlei das gesamte Erdgeschoss. Darüber entstehen zwei Dutzend Wohnungen.

Bei der Ortsbesichtigung verflüchtigten sich die Bedenken der Stadträte. Architekt Stefan Kunnert wählt eine Bebauung, die sich durchaus in die umliegende, hohe Bebauung einfügt. Das Gebäude schafft jeweils die seit jeher vermissten Raumkanten an Brenner-Schäffer- und Hochstraße. Die geplante Höhenentwicklung sei städtebaulich nicht nur vertretbar, sondern sogar erforderlich, unterstricht Hansjörg Bohm. "Sie ist diesem innerstädtischen Quartier mehr als angemessen."

Das Gebäude spannt sich vom Gehsteig in der Brenner-Schäffer- bis zum Bürgersteig in der Keckstraße. Der Eingang zur Gewerbefläche hält Abstand zur Hochstraße. Erst in 4,60 Metern Höhe, tupft eine Gebäudekante in den "Luftraum" des Gehsteigs. "Da wird kein Fußgänger belästigt", betonte Hildegard Burger (SPD). Mit ihren Vor- und Rücksprüngen wirke die Fassade sehr aufgelockert.

Stefan Rank (Bürgerliste) forderte den Erhalt der gesamten Breite der Brenner-Schäffer-Straße, die als Zubringer zur Südost-Tangente - nach Sperrung der Sedanstraße - an Verkehrsbedeutung gewinne. Hier ist bisher ein weiterer Parkstreifen vorgesehen.

Markus Bäumler (CSU) sprach sich dafür aus, dass der Bebauungsplan Vergnügungsstätten im Quartier ausschließen solle. Alois Lukas (CSU) begrüßte das Bauvorhaben - "auch in dieser Dimension". Für die Keckstraße, so sagte er, reiche ein Gehsteig und die Einbahnregelung. Karl-Heinz Schell (SPD) dankte für "die sehr sinnvolle Ortsbesichtigung", die viele Fragen beantwortet habe.
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