Auf Bewährung: Taxis dürfen öfter in "Fuzo"

Eigentlich schätzt fast jeder die Dienste der Taxis. Trotzdem kam es in der Fußgängerzone zu Problemen mit ihnen, weshalb seit 2012 eine Begrenzung für Fahrten gilt. Das soll sich nun wieder ändern. Bild: Götz
Schon richtig, ein guter Taxifahrer findet immer einen Weg. In der Fußgängerzone waren ein paar der Chauffeure aber zu findig: Sie ersannen kuriose Tricks, um in den beschränkten Bereich einzufahren. Trotzdem gibt ihnen der Hauptverwaltungsausschuss noch eine Chance. Die Begrenzungen fürs Befahren der "Fuzo" sollen gelockert werden. Wenn sie eine Genehmigung haben, den Motor nicht unnötig laufen lassen oder zu lange mit den Wagen herumstehen, dürfen sie künftig wieder alle Fahrgäste dorthin transportieren oder von dort abholen. Sie stehen dabei aber unter Bewährung.

Auslöser der Lockerung war eine eigentlich allgemein gehaltene Anfrage von Grünen-Stadträtin Gisela Helgath. Sie wollte wissen, ob Taxis in die Altstadt dürfen, um Kunden dorthin zu befördern. Sie bekam als Antwort einen ungewöhnlich unterhaltsamen Verwaltungsbericht. Er schildert zunächst die lange Geschichte von Problemen, die es in der "Fuzo" mit Taxis gab: Ruhestörung wegen widerrechtlich aufgereihten Taxi-Schlangen; Wettfahrten hin zu Kunden; Chauffeure, die einfach nur eine Abkürzung durch die Altstadt nahmen.

2012 wurde es der Stadt zu bunt: Taxis durften fortan nur noch in den Bereich, wenn sie kranke oder behinderte Menschen oder Personen mit großen Gepäckstücken beförderten. Ein Auge drückte man außerdem zu, wenn Anwohner, beispielsweise Mädchen, nachts nach Hause gefahren werden wollten. Aber: "Dies trieb zum Teil merkwürdige Blüten. Plötzlich waren etliche Taxen mit ständig mitgeführten Koffern und Krücken bestückt, die bei Kontrollen vorgezeigt wurden", schreibt die Verwaltung. Trotzdem, die Anwohner waren zufrieden. Sie berichteten, es sei durch die Beschränkung ruhiger geworden.

Dass es nun dennoch eine Neuregelung gibt, geht auf die Taxler zurück. Unabhängig von Helgaths Anfrage meldeten sie sich bei der Verkehrsbehörde, gelobten Besserung und baten um die Lockerung. Argumente unter anderem: Durch die Zusammenlegung von vier Unternehmen im April sei der Konkurrenzdruck geringer geworden. Außerdem seien die an den "Unruhen" beteiligten Fahrer von damals nicht mehr im Dienst.

Der Ausschuss ließ es nun auf einen Versuch ankommen. Auch wenn einige Mitglieder sich skeptisch zeigten, ob die Anwohner nicht doch wieder unter Lärm zu leiden hätten. Deshalb kann laut Beschluss alles auch rasch wieder enden, wenn Beschwerden kommen oder Verstöße bekannt werden. Es dürfte eine letzte Chance sein - ein weiterer Ausweg wird sich wohl nicht mehr finden.
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