"Auf eine gesunde Fastenzeit"

Eingeschenkt ist. Eingerahmt von den Schäfflern aus Kulmbach probierten OB Kurt Seggewiß, Postkeller-Seniorchef Walter Meyer, Wilhelm Moser, Lothar Höher und Richard Schiffl (von rechts) den Eisbock. Bilder: hcz (2)

"Und dass des klar is - keiner von den Stadträten verlässt heute vorzeitig den Saal!" Wilhelm Moser schlug als "Bruder Barnabas" gehörig drauf beim "Eisbockfest" der Brauerei "Kulmbacher". Er zielte auf aktuelle Ereignisse und auf die Politik im Allgemeinen.

Im voll besetzten Postkeller-Saal begrüßte Brauereivertreter Richard Schiffl unter den gut 200 Besuchern Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Bürgermeister Lothar Höher und viele Stadträte. Er berichtete die Geschichte des Eisbocks, der seine Entstehung, der Legende nach, der Faulheit eines Brauergesellen verdankt. Dieser habe an einem kalten Winterabend keine Lust gehabt, die schweren Fässer in den Keller zu bringen. Am nächsten Morgen war der Inhalt gefroren. Zur Strafe musste er den wegen seines hohen Alkoholgehalts noch flüssigen Kern austrinken. Der "Eisbock" war geboren. Heute lagere, so Schiffl, der aromatische Trunk bei minus 1 Grad im Keller und entwickle dort 9,2 Prozent Alkoholgehalt. Mit 21 Prozent Stammwürze sei der "Eisbock" stärker als der Münchener "Salvator".

Zu zünftigen Klängen der "Waldnaabtaler Bauernmusik", unter der Leitung von Angela Schramek, marschierten drei Schäffler aus Kulmbach mit einem Fass ein und zapften aus dem Inneren des Eises den ersten "Eisbock". Zusammen mit Schiffl, Seggewiß, Höher, Moser und "Postkeller"-Seniorchef Walter Meyer stießen die Schäffler auf eine gesunde Fastenzeit an, bevor Altstadtrat Moser ans Rednerpult trat.

Stadträten "eingeschenkt"

"Ei'gschenkt wird heut'", sagte Moser. Und er schenkte fast allen der anwesenden Politiker ein. Beim nicht anwesenden Wolfgang Pausch entschuldigte sich Moser, weil er ihn in seiner vorjährigen Fastenpredigt wegen seines Telefonats in nicht öffentlicher Stadtratssitzung angeprangert hatte. Jetzt sei Pausch ja "offiziell rehabilitiert" worden.

Gisela Helgath habe mit der Meldung eines roten Koffers für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Ob sie das auch wegen eines schwarzen Koffers gemacht hätte? Einen grünen hätte sie wahrscheinlich gar nicht gemeldet. Dem "Ober" riet "Bruder Barnabas", seine Verwaltung auf Vordermann zu bringen. Weil diese vergessen habe, den Dauerparkern zu kündigen, verzögere sich die Sanierung der Allee-Tiefgarage. "Fernsehstar" Höher brachte der Prediger als Nachfolger Söders auf dem Posten des Heimatministers ins Gespräch. Ministerpräsident Seehofer bezeichnete er als "das größte Windradl" Bayerns. Moser ging auf den Berliner Flughafen ein, auf die Griechen, auf den "Sex-Zylinder aus Ingolstadt" Horst Seehofer, auf die "Dirndl-Ikone" Ilse Aigner, auf Christian Edathy, den "Berna", und auf den "Nürnberger Dauer-Lacher" Markus Söder. Die wegen der "Modellauto-Affäre" zurückgetretene Christine Haderthauer bedachte er mit dem Spruch "Siehgst a prall g'füllts Dirndl, fehlt meistens wos im Hirndl".

Die Stadt und auch seine eigene Partei (SPD) mussten wegen ihrer "Finanzkrise" auch einigen Spott über sich ergehen lassen. Acht Euro jährlich für den Stadtbad-Förderverein wird man aufbringen können - "ja schamt's eich denn niat?". Die SPD-Stadträte mussten sich harsche Kritik gefallen lassen. Karl-Heinz Schell sei noch der Fleißigste von ihnen. Lob hatte Moser für die Ortsvorsitzenden der großen Parteien aus dem Weidener Osten: Für "Hanse" Forster, den "halb Roten" und Horst Fuchs - in grünem Hemd. "Salve Pater Patriae, bibas Princeps optimae!", beendete der Redner seinen Vortrag und trank auf das Wohl der Anwesenden. Beim Probieren des Eisbocks wurden die Besucher von den "Altbairischen" unterhalten. Viel Beifall gab es für die Trachtler, die den "Tätscher", Bauern- und Kreuzpolka zeigten.
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