Auf einer Wellenlänge

Symbolbild: dpa

München und Nürnberg, sogar Neustadt/WN und Nittenau. Sie alle bieten ihren Bürgern und Touristen kostenloses W-Lan. Muss sich also nicht auch die Hochschulstadt Weiden einreihen? Das fragt CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch. Die Antworten im Stadtrat fallen höchst unterschiedlich aus. Und trotzdem gibt es einen einstimmigen Beschluss.

Die CSU ist heiß auf städtische Hotspots. Im Stadtrat legen sich ihre Vertreter für den kostenlosen Zugang zum mobilen Internet in der Innenstadt mächtig ins Zeug. "Das ist kein ,Nice to have', wie die Verwaltung meint", betont Pausch. "Wir sind der Überzeugung: Es ist ein ,Must have'." Von einer "wichtigen Investition in die Zukunft" und "ein Pfund für den Tourismus" spricht Markus Bäumler. Und Stephan Gollwitzer fügt hinzu: "Wir sind eine Stadt mit einer Hochschule, aber noch lange keine Hochschulstadt."

Enttäuscht zeigt sich Pausch, dass die Stadtverwaltung den Antrag von CSU und JU negativ beurteilt. In der Sitzung vom Montag verweist Dezernent Reiner Leibl unter anderem darauf, dass bereits Innenstadt-Cafés und Internet-Anbieter Hotspots zur kostenlosen Nutzung bereitstellen. Die Reichweiten wären gering (im Falle des Standorts Altes Rathaus etwa von Pöllmann bis zum Alten Eichamt), Kosten von einmalig 2000 und laufend bis zu 2800 Euro pro Jahr nicht im Einklang mit dem übergeordneten Ziel der Haushaltskonsolidierung. OB Kurt Seggewiß stimmt zu: Inhaltlich sei am Antrag nichts auszusetzen - "aber der Zeitpunkt passt einfach nicht".

Zumindest Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) hat auch inhaltlich etwas auszusetzen: Laut Untersuchungen haben vier von fünf Smartphone-Nutzern eine Internet-Flatrate - auf W-Lan seien sie nicht angewiesen. Niemand gehe mit dem Tablet-PC in die Innenstadt, stimmt Gerald Bolleininger (SPD) zu. Eine "Aufgabe für die Geschäfte, nicht für die Stadt" erkennt SPD-Fraktionschef Roland Richter. In vielen Urlaubsorten sei freies W-Lan gang und gäbe, betont dagegen Florian Graf (SPD). Nach seinen Worten haben die Genossen das Thema zurückgestellt, nachdem Heimatminister Markus Söder den W-Lan-Ausbau in allen Städten ab 2016 versprochen habe. Die Finanzierung wäre aber sicher auch über Sponsoren möglich: "Die Startseite kann man wunderbar gestalten."

Einen grundsätzlichen Konsens erkennt Karl Bärnklau (Grüne): Wenn auch mancher die Finanzierung für problematisch erachte, so hielten offenbar alle kostenloses W-Lan für sinnvoll. Bürgermeister Lothar Höher regt an, bei Söder anzufragen, "um die Entwicklung möglicherweise zu beschleunigen". Dies ist nun auch Teil des Beschlusses, den ansonsten Bärnklau formuliert: Der Handlungsbedarf sei nochmals genauer zu ermitteln - "mit der Zielsetzung, die Altstadt mit freiem W-Lan abzudecken". Zur Finanzierung durch die Stadt seien Alternativen zu suchen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Markus Söder (1507)Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.