Auf Herz und Nieren

Über den guten Besuch des 26. Forums der Medizinischen Klinik II und der Ärztlichen Kreisverbände Weiden und Schwandorf zum Thema "Herz und Nieren" freuten sich ÄKV-Vorsitzender Dr. Constantin Held und Prof. Dr. Robert Schwinger (von rechts). Prof. Dr. Christian Hugo aus Dresden sowie Ltd. Oberarzt Dr. Richard Laun beleuchteten die Thematik. Bild: ir
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
22.11.2014
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Die beiden Organsysteme sind eng miteinander verbunden. Welche Konsequenzen hat das für den behandelnden Arzt? Antworten gibt es beim 26. Forum der Medizinischen Klinik II.

Herzpatienten sollten stets gründlich auf Herz und Nieren geprüft werden. Diagnose und Behandlung sind nicht zuletzt auch von der Nierenfunktion abhängig, hieß es beim 26. Forum der Medizinischen Klinik II am Klinikum Weiden. Prof. Dr. Robert Schwinger und ÄKV-Vorsitzender Dr. Constantin Held freuten sich über das große Interesse, das der Fortbildungsabend im Gustav-von-Schlör-Saal bei den Kollegen der Ärztlichen Kreisverbände Weiden-Neustadt/WN-Tirschenreuth und Schwandorf fand. Aus der Sicht des Nierenspezialisten beleuchtete Prof. Dr. Christian Hugo vom Universitätsklinikum Dresden ("Meine Frau stammt aus Weiden") das Thema: "Kann die Dialyse abgewendet werden?"

Vorbeugend transplantieren

Die vorbeugende Nierentransplantation wäre der Idealfall, so Prof. Hugo. Jedes Jahr an der Dialyse verschlechtere die Aussichten auf Heilung, wenn die Nieren ihren Dienst quittieren. Um dem vorzubeugen, sei die optimale Einstellung des Blutdrucks, der Blutzucker- und Fettstoffwechselwerte von großer Bedeutung. Das Fallbeispiel von einer 27-jährigen Patienten zeigte, dass nicht immer nur das höhere Lebensalter mit im Spiel ist, wenn die Nierenfunktion versagt. Da es in diesem Fall den "Point of no Return" gebe, also eingetretene Nierenschädigungen mit ihren fatalen Folgen nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten, sei ein frühzeitiges Erkennen von Grunderkrankungen von großer Bedeutung.

Ausdrücklich wies der Referent darauf hin, dass Laborwerte von Körpergröße, Geschlecht und Alter abhängig sind. Bei deren Nichtbeachtung könne es zu falschen Ergebnissen kommen. Auch bei der Medikamentengabe müsse dies berücksichtigt werden. Da Patienten mit Nierenschädigungen den Hausarzt meist als erste Anlaufstelle wählten, gelte es für ihn, die Schädigung mit Hilfe von Laborwerten zu erkennen. Aber auch die Bildgebung könne eine entscheidende Rolle spielen. Sie helfe, zwischen akut und chronisch zu unterscheiden. Die Einschaltung des Nephrologen hielt Hugo bei unklaren Diagnosen für dringend erforderlich.

Dr. Richard Laun, Leitender Oberarzt am Klinikum Weiden und Kardiologe sowie Nephrologe, gab sehr individuelle Tipps für die Behandlung von Herzerkrankungen bei Patienten mit Nierenschädigungen. Chronisch kranke Nieren könnten beispielsweise Vorhofflimmern begünstigen. Eine medikamentöse Stabilisierung des Sinusrhythmus empfehle sich daher. Im Fall von eingeschränkter Nierenfunktion müsse bei dieser und ähnlichen Herzerkrankungen sowohl die Wirkung als auch die Dosierung der Medikamente genau beobachtet werden.

Aufgeklärte leben länger

Auf 125 Jahre Klinikum Weiden blickte Prof. Dr. Robert Schwinger in Bildern zurück, bevor er neueste Erkenntnisse und Operationsmöglichkeiten für kranke Herzen vorstellte. Dazu gehören speziell strukturierte Stents, die sich "nach Gebrauch" auflösen. Wenn es der Allgemeinzustand zulasse, gebe er dem chirurgischen Ersatz von Herzklappen den Vorzug. Die Mitralklappen-Clip-Therapie sei zwar "sicher und effektiv, aber bei Hochrisikopatienten dem Klappenersatz unterlegen". Schwinger räumte ein: "Die Zeit zeigt - zusammen mit den Studien - ob die versprochene Wirkung eintritt." Tatsache sei jedoch, dass "aufgeklärte Patienten länger leben". Auch daran sollten Ärzte arbeiten.
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