Aufbäumen gegen Mächtige

Perspektivwechsel: In Wackersdorf zeigte sich vor 30 Jahren, dass ein zivilgesellschaftlicher Protest von unten gegen die "Oberen" Einfluss auf den Lauf der Dinge nehmen kann. Bild: otj

Die Proteste am Bauzaun waren heftig. Sogar Kämpfe gab es. Wie genau das vor 30 Jahren ablief, als viele Bürger gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf auf die Barrikaden gingen, daran erinnerte nun ein Filmabend.

Kunst und politisches Engagement - das ist eine ausgezeichnete Kombination, findet Wolfgang Herzer. Beide Vereine, Kunstverein und BI gegen atomare Anlagen, seien eine widerständische Kraft. So freute er sich am Freitagabend, die Gäste im Kunstverein zu einem Filmabend begrüßen zu dürfen, der sich dem zivilpolitischen Engagement und Protest gegen die Politik widmet. Die Veranstalter der "Weidener Bürgerinitiative gegen die Errichtung einer atomaren Wiederaufarbeitungsanlage und sonstiger atomarer Anlagen" erinnerten mit zwei Filmen an die Protestkultur, die vor 30 Jahren gegen die WAA in Wackersdorf ein breites Bündnis aus allen Gesellschaftsschichten mobilisierte.

Mit "Nachgefragt: Wackersdorf heute - 30 Jahre nach den Protesten gegen die WAA" gab es einen aktuellen Rückblick auf den WAA-Widerstand, in dem damalige Protagonisten zu Wort kommen. Hilde Lindner-Hausner von der Bürgerinitiative betonte: "Die WAA Wackersdorf darf nicht vergessen werden - vielen jungen Menschen ist es gar nicht bekannt, was das bedeutet, geschweige denn, dass es einen derart starken Protest aus der Bevölkerung gab." Der zweistündige Hauptfilm "s'Weschpenäscht" dokumentierte anschließend den deutsch/elsässischen Widerstand gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl - über eine Zeitspanne von zwölf Jahren. "So lange hielten die Baden und Elsässer aus, bis 1983 schließlich auf den Bau des AKW verzichtet wurde", so Hilde Lindner-Hausner. Der nächste Filmabend ist voraussichtlich im Dezember geplant - mit dem Streifen "Restrisiko" von Bertram Verhag und Claus Striegel .
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