Auftaktveranstaltung: In Weiden soll Greenpeace-Gruppe entstehen - Genehmigung der Zentrale ...
Beharrlich, spektakulär, gewaltfrei

Wolfgang Feiner und Daniel Zant (von links) werben für die Gründung einer Greenpeace-Gruppe in Weiden. Bild: otj
So kennt man Greenpeace: Stürmische See, junge Männer und Frauen, die sich waghalsig in einem wackeligen Schlauchboot schützend zwischen Wale und ihre Jäger steuern - David gegen Goliath. Umweltaktivist Ali Daniel Zant aus Weiden musste selbst ein bisschen schmunzeln, als er nun in der "Alpenrose" die Brücke von diesen spektakulären TV-Bildern zur möglichen Gründung einer Nordoberpfälzer Gruppe schlug.

"Auch hier gibt es Missstände, die eng in globale Zusammenhänge verstrickt sind", betont der Wahl-Weidener, der in einer Regensburger Gruppe jahrelang aktiv war. Deswegen sei auch die Nordoberpfalz wichtig für den weltumspannenden Umweltschutz. Eben global denken, lokal handeln. Bisher müssten Umweltschützer aus Weiden und Umgebung nach Bayreuth, Nürnberg oder Regensburg ausweichen.

Bei der Auftaktveranstaltung gaben Zant und der Regensburger Gruppenkoordinator Wolfgang Feiner einen Überblick über Greenpeace international, die wichtigsten Kampagnen in der 44-jährigen Geschichte, den Aufbau der Organisation und die Bedeutung von regionalen Untergruppen. Ein wichtiges Element der Greenpeace-Arbeit seien die gewaltfreien und aufmerksamkeitsstarken Aktionen für den Schutz und den Erhalt der Umwelt für alle Lebewesen.

Wie die Arbeit außerhalb von Millionenstädten und Ballungszentren aussehen könne, präsentierten Zant und Feiner in einigen Beispielen aus Regensburg. Besonders spektakulär: "Vor einigen Jahren haben wir uns von einem Balkon der Zentrale der Bayerischen Staatsforsten abgeseilt und ein großes Transparent angebracht: ,Stoppt die heimliche Zerstörung der Buchenwälder'. Erst nach Stunden haben wir unsere Stellung wieder verlassen." Dazu kämen Infostände, Demos, Flashmobs und andere medienwirksame Aktionen.

Aber eines sei klar: Jeder entscheide selbst, was er sich zutraut. Auch dem Alter der Aktivisten werde bei Greenpeace Rechnung getragen. Es gibt die Jugendaktionsgruppen für 14- bis 19-Jährige. Für die Senioren unter den Umweltschützern wurde das Team50Plus ins Leben gerufen.

Die offizielle Gründung der Weidener Gruppe muss derweil noch ein wenig warten. Ein Umweltschutzriese wie Greenpeace könne keine Risiken eingehen. "Deswegen möchten sich die Verantwortlichen aus Hamburg erst mal ein Bild davon machen, ob die Voraussetzungen in Weiden für eine eigene Gruppe gegeben sind", so Zant. Aber aufgeschoben sei nicht aufgehoben: Am 21. März um 19 Uhr ist in der "Alpenrose" das nächste, dann wohl konkretere Treffen angesetzt.
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