Aus den Schulen

Hintergründe zur Organspende

Franz Nowy von der Interessengemeinschaft Dialysepatienten und Nierentransplantierte besuchte die Schüler der 10. Jahrgangsstufe des Kepler-Gymnasiums im Religionsunterricht, um einen Vortrag über Organspende zu halten. Im ersten Teil referierte er über die Geschichte der Organtransplantation, klärte über die medizinischen Aspekte auf und berichtete anschließend über die rechtlichen Grundlagen der Organspende in Deutschland, auch im Vergleich zu anderen Ländern in Europa. Dabei ging er auf die oft zermürbenden Wartezeiten ein, die Betroffene aufgrund der langen Wartelisten haben.

Im zweiten Teil der Präsentation erzählte Nowy von seinen eigenen Erfahrungen. Er machte deutlich, wie groß die Einschränkungen als Dialysepatient im alltäglichen Leben sein können, und wie "erlösend es für die Betroffenen ist, endlich ein Organ gespendet zu bekommen". Auch die Angehörigen würden unter dieser Situation leiden.

Nowy informierte abschließend über den Organspendeausweis. Damit können Angehörige und Ärzte schnell und im Sinne des Verstorbenen handeln. Nachdem alle Fragen ausführlich beantwortet waren, bekamen die Schüler die Möglichkeit, einen Spenderausweis mitzunehmen.

"Tränengas und Zärtlichkeit"

Rund vierzig Schüler der 10. und 12. begrüßten in der Bibliothek der Europa-Berufsschule Weiden den Autor Friedrich Brandl. Der 68-jährige gebürtige Amberger und ehemalige Hauptschullehrer blickte auf die 80er Jahre zurück. Er erzählte vom Kampf der Oberpfälzer gegen die WAA, die Wiederaufbereitungsanlage für Brennstäbe aus Kernkraftwerken, die in Wackersdorf bei Schwandorf hätte entstehen sollen.

Mit seiner angenehmen Stimme las er aus seinem Buch "Wieder am Bauzaun. Eine Geschichte von Tränengas und Zärtlichkeit" und schilderte die Frustration über die scheinbar unabwendbare Durchsetzung dieses Bauvorhabens, aber auch die Begeisterung über den Zusammenhalt der Gegner, deren Beharrlichkeit und Mut. Über alle Generationen waren Oberpfälzer, aber auch andere Mitstreiter vereint im Kampf gegen die Atomenergie und deren Folgen.

Schon damals sammelte er alle Informationen, beispielsweise Zeitungsartikel in Ordnern, und griff dann in seiner Geschichte darauf zurück. Nur die Liebesbeziehung, die habe er dazu erfunden.

Geschrieben und veröffentlicht wurde das Buch allerdings erst 2010, ungefähr ein halbes Jahr vor der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Danach war der Ausstieg aus der Atomenergie auf Regierungsebene beschlossene Sache. Das habe den Verkauf der zweiten Auflage negativ beeinflusst, gab der Künstler zu. Die Schüler hatten sich vorab über die WAA und den Widerstand informiert und stellten dem Autor anschließend Fragen, die der Gast gerne und ausführlich beantwortete.
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