Aus Liebe nach Weiden

Rosa Maria Herkenhoff ist Oberpfälzerin mit Leib und Seele und liebt die Stadt Weiden. Ihr Mann Manfred Herkenhoff stammt aus der Nähe von Osnabrück und hat die Stadt lieben gelernt. Bild: Kempf

Viele Weidener vermissen die Metzgerei Baierl am Unteren Markt. Dabei gibt es die beliebten Wurstspezialitäten weiterhin. Das Ehepaar Herkenhoff ist im "Stamm-Unternehmen" in der Bahnhofstraße zu finden. Die Eheleute sind aus der Stadt nicht wegzudenken. Wie wohl fühlen sie sich in Weiden? Ist es ihre Heimat?

Anworten auf diese Fragen gaben die Eheleute in einem Gespräch mit dem "Neuen Tag".

Sie sind offenbar kein gebürtiger Weidener, Herr Herkenhoff. Ihnen hört man ja an, dass Sie zugereist sind. Ihre Frau dagegen stammt wohl aus der Region?

Rosa Maria Herkenhoff: Ich bin in Schnaittenbach geboren und bis zu meinem zehnten Lebensjahr dort aufgewachsen. Dann zogen wir wegen der beruflichen Veränderung meines Vaters nach Weiden. Er gründete dann nach einiger Zeit die Metzgerei, in der wir noch heute arbeiten.

Manfred Herkenhoff: Ich bin ganz in der Nähe von Osnabrück in einer Metzger-Familie groß geworden und dann der Liebe wegen nach Weiden ausgewandert.

Das klingt spannend, wie kam es dazu?

Rosa Maria Herkenhoff: Wir haben uns am 11. 11. 1977 bei einem Flug zu einer Metzger-Bildungsreise nach Jamaika kennengelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich meinen Mann sah. Dann haben wir geheiratet, er zog zu mir nach Weiden. Unser Leben ist wie ein Film (sie lacht). Liebe erträgt alles, auch Bayern! Das meine ich natürlich spaßhaft! Jetzt haben wir zwei Töchter, die eine ist in Amerika verheiratet, die andere ist Ärztin.

Und wie fühlen Sie sich in Weiden, Herr Herkenhoff, also im tiefsten Bayern?

Manfred Herkenhoff: Hier bin ich mittlerweile wirklich daheim. Weiden ist eine schöne Stadt, in der man sich wohlfühlen, eine Heimat finden kann.

Was mögen Sie an der Stadt?

Manfred Herkenhoff: Es ist eine kleine Stadt, in der man alles findet, was man braucht. Ich möchte gar nicht mehr in einer größeren Stadt leben. Mir gefällt auch das Stadtbild sehr gut. Zudem findet man hier Ruhe und Erholung.

Rosa Maria Herkenhoff: Mir gefällt, dass sich die Menschen in Weiden kennen. Die Bevölkerung ist fast wie eine große Familie. Man hat hier alle Möglichkeiten, Einkaufen, Freizeitstätten, Kultur, Geschichte, es ist für jeden Bedarf und alle Interessen genügend Angebot vorhanden. Ich kann hier meine Liebe zur klassischen Musik ausleben.

Sie klingen beide so, als ob Sie mit allem zufrieden sind.

Rosa Maria Herkenhoff: Natürlich gibt es Dinge, die uns nicht gefallen. Allein unsere Bahnhofstraße ist durch die vielen Spielhallen regelrecht abgewertet worden. Manches müsste dringend saniert werden.

Was fällt Ihnen sofort ein, wenn Sie einem Besucher die schönen Seiten Weidens nennen sollen?

Manfred Herkenhoff: Auf jeden Fall die Altstadt, die Michaelskirche, die Museen, die vielen Sehenswürdigkeiten auch im Landkreis.

Rosa Maria Herkenhoff: Unsere Porzellanfabriken Seltmann und Bauscher, das Keramikmuseum, der Stadtpark, die beiden Freibäder. Und die vielfältige Gastronomie.

Sie sind begeisterte Weidener?

Rosa Maria Herkenhoff: Ich bin Oberpfälzerin mit Leib und Seele!

Manfred Herkenhoff: Ich fühle mich hier daheim, manchmal ein bisschen fremd, weil ich hier nicht geboren wurde, aber voll integriert!
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.