Aus welchen Gründen braucht es das Gewerbegebiet West IV.?
Pro: Jens Meyer

Für großflächige Entwicklungen besteht augenblicklich keine Angebotsmöglichkeit, obwohl diese für hochinteressante Zukunftsbranchen bayernweit nachgefragt werden.
Ohne Gewerbegebiete entwickeln sich weder bestehende Unternehmen am Standort, noch gelingt es, neue Unternehmen für unser Weiden zu interessieren. Allein 2014 erreichten die Stadt 62 Flächenanfragen in einer Größe von rund 70 Hektar mit einem Potenzial von mindestens 475 Arbeitsplätzen unterschiedlichster Branchen (Gastronomie, Automobil, Handwerk, Handel, Metallbau usw.). Für großflächige Entwicklungen besteht augenblicklich keine Angebotsmöglichkeit, obwohl diese gerade in letzter Zeit für hochinteressante Zukunftsbranchen bayernweit nachgefragt werden. Die Stadt verfügt derzeit nur noch über acht Hektar Gewerbefläche im Gewerbegebiet Weiden-West. Maximal zusammenhängende Flächen sind nur noch in einer Flächengröße von 2,4 Hektar anzubieten, im Gewerbegebiet "Westlich der Neustädter Straße" sind nur noch kleinparzellige Flächen von insgesamt 1,8 Hektar frei.

Der durchschnittliche jährliche Flächenbedarf von rund zwei Hektar bestätigt den Handlungsdruck. Bereits jetzt melden ortsansässige Unternehmen Erweiterungsbedarf an, das heißt, auch im Bestand ist es zwingend nötig zu handeln. Die Stadt hat deshalb in vorbereitenden Untersuchungen Potenzialflächen in Weiden und interkommunal untersucht und - unter Beachtung aller Restriktionen, die sich aus Siedlungsstruktur, überörtlichen Verkehrsachsen, Natur- und Landschaftsschutz, Biotop- und Biotopverbandsflächen, Hochwasserschutzzonen und Überschwemmungsgebieten ergeben - ermittelt, ob und wo Entwicklungschancen für ein neues Gewerbegebiet bestehen: Es verbleibt das Gebiet "Weiden-West IV".

Wichtig ist auch, dass Weiden mit einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent deutlich über dem bayerischen Landesdurchschnitt (3,5) liegt und Arbeitsplätze von Unternehmen geschaffen werden, wenn die Rahmenbedingungen passen.

Gibt es dazu Alternativen ?

Aus den bereits zuvor ausgeführten Gründen haben wir keine Alternativen dazu.

Warum sind Ihrer Meinung nach die Folgen für die Umwelt hinnehmbar ?

Der artenschutzrechtliche Fachbeitrag kommt zu dem Fazit, dass das geplante Vorhaben für alle nachgewiesenen oder potenziell vorkommenden artenschutzrechtlich relevanten Arten bei Beachtung der Minimierungs-, Vermeidungs- und Sicherungsmaßnahmen unter Gesichtspunkten der artenschutzrechtlichen Prüfung als verträglich einzustufen ist. Das Gebiet wird Schritt für Schritt nach dem tatsächlichen Bedarf entwickelt. Mehr als 30 Hektar der untersuchten Fläche bleiben unangetastet. Der Bereich in Richtung Naabauen erfährt zudem eine ökologische Aufwertung.

Was wäre die Folge für Weiden und die Region, wenn Weiden-West IV nicht verwirklicht werden würde ?

Unsere Stadt könnte sich dann nicht mehr weiterentwickeln. Schon jetzt verlangen die Konsolidierungs-Maßnahmen der Stadt und ihren Bürgern Einiges ab. Nur wenn es wirtschaftlich aufwärts geht, können wir optimistisch nach vorne schauen.

Falls sich am 9. November keine Mehrheit für das Gewerbegebiet ausspricht, dann ...

Die Verfahrensweise müsste dann gemeinsam mit dem Stadtrat diskutiert und festgelegt werden. Ich setze aber auf das Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger für eine Entscheidung in Richtung einer positiven Zukunft unserer Stadt.

Wie viel Verständnis haben Sie für die Gegner von West IV?

Natürlich nehmen wir die Sorgen und Ängste unserer Bürgerinnen und Bürger ernst. Jeder darf zum Thema eine eigene Meinung vertreten. Genau deshalb führen wir einen Bürgerentscheid durch. Zudem haben wir ja schon im Vorfeld Experten ins Boot geholt, um dieses Gebiet sowohl ökologisch als auch ökonomisch im Einklang entwickeln zu können. (rg)
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