Auseinandersetzung im Asylbewerberheim
Blut am Besen

Dicke Luft im Asylbewerberheim: Die Polizei rückt wegen einer "Messerstecherei" aus. Alles halb so schlimm jedoch. Handfesten Streit gab's tatsächlich. Doch das Messer entpuppt sich als Besenstiel.

Gleich sieben Streifenbesatzungen beorderte die Einsatzzentrale der Polizei zur Asylbewerberunterkunft im "Camp Pitman". Die Gesetzeshüter rechneten mit dem Schlimmsten: Am Dienstag gegen 1.15 Uhr war ein Notruf eingegangen, in dem von einer Messerstecherei die Rede war.

Vor Ort freilich habe sich der Sachverhalt "als halb so schlimm" dargestellt, heißt es im Polizeibericht: " Ein Messer war nicht im Spiel, dafür jedoch jede Menge Alkohol." Anlass war offenbar der Besuch eines 29-Jährigen, der im Landkreis untergebracht ist, bei einem 18-jährigen Landsmann. Die beiden stammen aus Somalia - wie auch ein 24-Jähriger, der sich ebenfalls in dem Zimmer im Erdgeschoss aufhielt. Alle Drei hatten dem Alkohol zugesprochen: Die Polizei berichtet von Werten zwischen 0,42 und 1,82 Promille.

Leichte Verletzungen

Der 24-Jährige trug beim Streit leichte Verletzungen davon. Gegenüber den Gesetzeshütern beharrte er darauf, dass ihn die beiden Landsleute mit einem Messer attackiert hätten. Stattdessen fanden die Beamten einen Besenstiel, an dem Blut haftete. Auch die Ärzte im Klinikum hatten den Eindruck, dass die Blessuren von einem stumpfen Gegenstand herrührten. Nach ambulanter Behandlung konnte der Verletzte das Klinikum wieder verlassen.

Alle drei Beteiligten belehrte die Polizei "eingehend" über ihr Verhalten. Die beiden Täter verbrachten den Rest der Nacht in Polizeigewahrsam. Den 29-Jährigen schickten den Beamten danach zurück in den Landkreis. Und die beiden Kontrahenten bezogen verschiedene Zimmer in der Asylbewerberunterkunft.
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