"Ausg'frackt is"

Mit der Fracking-Erkundungslizenz im Weidener Becken zwischen Wernberg-Köblitz, Marktredwitz, Bayreuth und Sulzbach-Rosenberg darf die britische Rose Petroleum nach Öl- und Gasvorkommen suchen. Repro: rdo

Die Ängste sind breit gestreut. Die Befürchtungen gehen sogar soweit, dass Fracking das Ende der Heilwasser und Heilbäderindustrie bedeuten kann. Die Grünen sind sich auf jeden Fall einig: Bayern braucht kein Fracking.

Die Risiken durch Fracking standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen. MdL Jürgen Mistol aus Regensburg musste seinen Landtagskollegen Ludwig Hartmann wegen Grippe entschuldigen, stand aber nicht allein. Gäste der Grünen-Kreisverbände Weiden, Neustadt und Tirschenreuth sowie Vertreter der BI gegen atomare Anlagen und Grünen-Bezirksrätin Gabriele Bayer aus Postbauer-Heng zeigten in der Regionalbibliothek Flagge.

Beim Fracking wird ein Chemikalienmix geheim gehaltener biogener Stoffe in die Erde gepresst, um Öl und Gas durch Spaltung der tieferliegenden Schieferschichten zu fördern. Dabei erfolgt das Durchstoßen von Grundwasserschichten und durch die eingeführten Substanzen gelangen Quecksilber, Benzole und radioaktive Stoffe aus dem Erdinneren an die Oberfläche.

Der Film "Gefährliche Gier" zeigte wie in Niedersachsen und im Raum Bremen bereits 300 Mal Fracking in Deutschland betrieben wird. Auf einem Quadratkilometer entstehen bis zu sechs Borlöcher. Kleinere Erdbeben und beschädigte Häuser waren die Folge und entflammbares Wasser kam aus einem nahe gelegen Brunnen einer Fracking-Förderstation, die ohne große Abstände an die Bebauung reichen. Die USA gehören zu den größten Fracking-Nationen. Auch bei uns schiele die Industrie auf billiges Gas, ohne Rücksicht auf die Umwelt.

Zustimmung verweigern

Fracking ist durch das Bergrecht sogar im Wasserschutzgebiet zulässig. Die britische Firma Ros Petrol erhielt für das "Weidener" Becken eine Fracking-Erkundungslizenz. "Frankreich hat Fracking verboten, warum soll dies auch nicht in Deutschland möglich sein?" Mistol rief alle Bürger auf, sich an Aktionen zu beteiligen, damit auch kommende Generationen im Weidener Becken leben können. Die Grünen befürworten ein Verbot von Fracking mittels Änderung des Bergrechtes und fordern die Bayerische Staatsregierung im Bundesrat auf, dem "Fracking-Ermöglichungsgesetz" die Zustimmung zu verweigern.

Veranstaltung am 15. März

In der Diskussion wurden Vermutungen laut, dass der Truppenübungsplatz Grafenwöhr als Ziel der Frackingförderung in Betracht komme. Eine vernünftige Energiewende aus erneuerbaren Energien wäre sinnvoller als das Grundwasser mit kontaminierten Hinterlassenschaften zu verseuchen.

Unter dem Titel "Ausg'frackt is!" startet am 15. März die BN-Jugend im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche gegen das "Fracking-Ermöglichungsgesetz" von 11 bis 13.Uhr in Reuth bei Erbendorf Hauptstr. 22, eine Informationsveranstaltung an der Artesia-Quelle.
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