Auslandsvernehmungen

Im Oktober und Dezember war die 1. große Strafkammer mit Staatsanwalt und Verteidigern zu Vernehmungen in die Niederlande und nach New York gereist. Die Protokolle dazu sind am Mittwoch von den Richtern verlesen worden. Fazit: Keiner kennt Wolfgang S., aber jeder kennt die Masche des Vorschussbetrugs. Zitate:

"Ich habe diesen Mann niemals gesehen, noch je mit ihm gesprochen. Wenn er sagt, dass er häufig mit mir telefoniert hätte und mich als James kenne, dann trifft dies nicht zu. Gute Bekannte sagen zu mir Jim."

"Dieses Schreiben stammt nicht von mir. Es war nie mein Wunsch, dass das Justizministerium Bayern Wolfgang S. aus der Haft entlässt."

James Aramanda, CEO von Clearing House New York.

"Wir halten kein Geld zurück. Bei uns liegt auch kein Geld. Unsere Aufgabe ist die schnellstmögliche Entsendung zur Empfängerbank. Wir vermitteln hunderttausende Überweisungen pro Tag."

Hausjurist von Clearing House.

"Es gibt in allen zwölf Federal-Reserve-Einrichtungen in den USA keine Person namens Winston Churchill oder Churchill Winston."

Vizepräsident der Federal Reserve New York auf die Frage nach dem Unterzeichner angeblicher Bestätigungs-Schreiben ("your funds are ready to be payed").

"Das erste, was wir als Agents des FBI als Betrugsszenario lernen, ist ein Fall, in dem ein Täter behauptet, Inhaber großer Geldforderungen zu sein, die er realisieren könnte, wenn bestimmte Gebühren bezahlt wären. Ich habe in meiner 25-jährigen Tätigkeit als FIB-Agent noch nie erlebt, dass jemand tatsächlich über dieses Geldvermögen verfügte."

Gregory Coleman, FBI.

"Unter Beachtung des Betrags (833 Millionen US-Dollar) halte ich es für so gut wie unmöglich, dass dieser Vertrag durch die ING Bank unterzeichnet worden ist."

"Ich habe alle Kundenkarteien nach Wolfgang S. prüfen lassen. Negativ."

Jurist der ING Amsterdam.
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